Ausbildungsstart – wie kann ich mich vorbereiten?

Gruppenarbeit zum Thema Unfallchirurgie. Hier sieht man einige Beispiele für Implantate im OP, auf die man eine allergische Reaktion entwickeln könnte - franzis-Blogstory.schreibnacht.de

Mich erreichen oft noch Fragen zum Thema Ausbildungsstart und ob man sich im Vorfeld schon irgendwie auf die Ausbildung vorbereiten kann.

Einige von Euch durften bereits am 01.08.2019 in die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz starten. Für andere findet der Ausbildungsstart am 01.09.2019 an und die letzte Gruppe darf am 01.10.2019 endlich zur Immatrikulationsveranstaltung gehen. An dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch an Alle für den Ausbildungsplatz! Ihr habt Euch wirklich einen tollen Beruf ausgesucht!

Doch nun zum eigentlichen Thema.

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Das Vorstellungsgespräch – Bewerbung um einen OTA Ausbildungsplatz

Hallo Ihr Lieben!

Da ich immer noch viele Fragen zur Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zur Operationstechnischen Assistenz erhalte, möchte ich diese nun nach meinen Erfahrungen hier beantworten. Hierbei nehme ich besonderen Bezug auf das Vorstellungsgespräch.

Bewerbungsverfahren:

Viele Kliniken und Schulen bieten die Möglichkeit, sich online zu bewerben. Das bedeutet, dass Ihr Eure ganzen Bewerbungsunterlagen einfach als PDF speichert und diese dann bei den jeweiligen Kliniken online hochladet – oder sie direkt per Email zusendet.
Eure Unterlagen in der Bewerbung sollten selbstverständlich die geforderten Dokumente enthalten. Diese sind in der Regel Euer Anschreiben, der vollständige Lebenslauf, das letzte Zeugnis, Praktikanachweise, ggf. Polizeiliches Führungszeugnis und/oder allgemeinärztliches Attest zur Bestätigung der Berufsausübung.

Wenn Ihr Euch in Euren Unterlagen gut “verkauft” habt, werdet Ihr innerhalb der nächsten Wochen sehr wahrscheinlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Dies ist beispielsweise ein Auszug meiner Unterlagen gewesen, mit denen ich mich für die Ausbildung und auf die Gespräche vorbereitet habe.


Vorstellungsgespräch:

Wie bereite ich mich am besten auf ein Bewerbungsgespräch vor?
Nun, Ihr solltet Euch selbstverständlich ausführlich über den Beruf der OTA informiert haben. Wenn Ihr beispielsweise kein Blut sehen könnt, seid Ihr hier sicher fehl am Platz. Ihr solltet auch über den jeweiligen potentiellen Arbeitgeber recherchieren, damit Ihr genau wisst, worauf Ihr Euch einlasst. Manche Kliniken sind beispielsweise von religiösen Trägern, und wenn diese fordern, dass man christlich getauft ist, Ihr es aber nicht seid, wäre dies unvorteilhaft.

Da Ihr Euch hierbei nicht auf eine Stelle als Bankkauffrau oder ähnliches bewerbt, solltet Ihr bei Eurer Kleidung auch nicht zu sehr übertreiben. Als Mann reicht ein ordentliches Hemd, eventuell noch ein Jacket und eine Jeans ohne Risse (egal wie modsich diese gerade sein mögen)  vollkommen aus. Für die weiblichen Bewerber gilt: chic aber dennoch leger. Das heißt, der Rock sollte beispielsweise nicht zu kurz sein, eine schöne Bluse mit Blazer und eine schlichte Chino oder ein nicht all zu auffälliges Kleid.

Dieses Outfit wäre beispielsweise sehr unpassend!
(copyright by franzis-blogstory.schreibnacht.de)

Am besten habt Ihr am Tag des Vorstellungsgespräch Eure ganze Bewerbungsmappe mit dabei – und habt Euch auch mögliche Fragen des Arbeitgebers notiert. Und Ihr solltet Euch auch aufschreiben, welche Fragen Ihr selbst zu Stelle und Ausbildung noch habt: Im Eifer des Gefechts wird das gerne mal vergessen. Schreibutensilien solltet Ihr auch mit haben.

Wenn Ihr nun zu Eurem Vorstellungsgespräch geht, werdet Ihr meist schon von anderen Bewerbern in einer Art Wartezimmer begrüßt. Bei manchen Kliniken und Schulen ist es so, dass Ihr vor dem eigentlichen Gespräch noch einen Zettel mit der einen oder anderen Frage bekommt und diese dann beantworten müsst.


Fragen im Vorstellungsgespräch

Mögliche Fragen, die im Vorstellungsgespräch kommen könnten, sind:

– Wer sind Sie? Erzählen Sie etwas von sich!
– Weshalb haben Sie sich zur OTA beworben?
– Warum OTA und nicht Krankenpflege?
– Wie sind sie auf diesen Beruf gekommen?
– Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?
– Was sind Ihre Stärken/Schwächen?
– Beschreiben Sie sich in 3 Worten!
– Warum sollten wir Sie einstellen?
– Was motiviert Sie zur Ausübung dieses Berufes?
– Warum sind Ihre Noten in Fach XY nicht so gut?
– Was bedeutet unsteriler bzw. steriler Dienst?
– Sie haben Abitur, warum eine Ausbildung und kein Studium?
– Was ist ein Springer?
– Was bedeutet DKG?
– Welche Beweggründe hatten Sie für den Abbruch Ihrer letzten Ausbildung?
– Was bedeutet WHO?
– Was stellen Sie sich genau unter dem Beruf OTA vor?
– Warum haben Sie sich nach Ihrer letzten Ausbildung anders orientiert und diesen Beruf gewählt?
– Was sind Ihre Erwartungen an diese Ausbildung?

– Haben Sie noch Fragen an uns?
An dieser Stelle solltet Ihr Euch sinnvolle Fragen überlegt haben, wie z.B. zur Aussicht auf Übernahme nach der Ausbildung. Sicherlich kann man das Gehalt auch ansprechen, allerdings ist dies in einer Ausbildung klar geregelt. Bewerbt Ihr Euch für den Beruf zur OTA an einer Klinik, wird die Vergütung an die der Ausbildung zur Krankenpflege angelehnt. Bewerbt Ihr Euch hingegen an einer Schule, wo Ihr beispielsweise auch noch ein Aufnahmeentgelt zahlen müsst, dürfte klar sein, dass Ihr kein Gehalt bekommt.

Überhaupt keine Fragen zu stellen, hat in einem Vorstellungsgespräch auch eher eine negative Wirkung. Daher würde ich Euch empfehlen, wenigstens ein oder zwei Fragen präsent zu haben – und diese sollten möglichst nicht durch eine einfache eigene Recherche bereits zu beantworten sein (z.B. welche Abteilungen hat Ihre Klinik – dies ist eher kontraproduktiv).

Dies ist eine Variante für ein Bewerbungs-Outfit. Achtung das Bild ist direkt nach der Arbeit entstanden und dementsprechend #nomakeup 😛


Assessment Center:

Im Rahmen der ein oder anderen Bewerbung durfte ich zweimal an einem Assessment Center teilnehmen. Diese waren beide sehr ähnlich aufgebaut und fanden jeweils an einem Tag statt. Bei beiden war man zusammen mit ca. 10-15 anderen Bewerbern in einem Raum, wo man sich zunächst selbst nacheinander vorgestellt hat.

Nach dieser kleinen Vorstellungsrunde gab es dann einen Test, der zum Teil auch Multiple Choice enthielt – nicht alle Fragen bezogen sich auf die Ausbildung oder die Medizin. Man musste aber beispielsweise konkrete Aufgaben lösen, bspw. wie man eine 0,9% physiologische Kochsalzlösung herstellt – sprich wie viel Gramm Salz auf wie viel Wasser kommen: Die gute alte Dreisatzrechnung, wie mein Vater immer sagt.

Nach diesen kleinen Tests kommt meist eine Pause, danach gibt es eine Gruppenübung, die dann mit einem Streitgespräch oder einer Diskussionsrunde, z.B. zum Thema “Bluttransfusion im Notfall bei Menschen, die dies aus religiösen Gründen ablehnen”, abschließt. Im Anschluss wird noch ein Einzelgespräch mit Euch geführt.

Bei einem der Assessment Center hatte ich im Anschluss bereits eine mündliche Zusage erhalten. Meist erhaltet Ihr aber erst einige Zeit später eine Nachricht, ob Ihr direkt eingestellt werdet, in der nächsten Runde seid – oder leider doch eine Absage erhaltet.

Dies ist alles, was mir zu diesem Thema aktuell einfällt. Falls dennoch Fragen bei Euch offen bleiben sollten, könnt Ihr mir diese sehr gerne in den Kommentaren stellen!
Ansonsten wünsche ich Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Liebe Grüße, Eure franzi 🙂

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