Nahtmaterialkunde – Wissenswertes über Nähte

Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch einen Einblick in die große weite Welt der Nähte geben. Denn in der Chirurgie gibt es wirklich sehr viele verschiedene Varianten und man sollte daher als OP-Pflegekraft oder OTA auch unbedingt wissen, welche Eigenschaften die einzelnen Nähte haben. Daher widmen wir uns nun der Nahtmaterialkunde!

Die Geschichte des Wundverschlusses

Tatsächlich reicht die Geschichte der chirurgischen Nahttechnik sehr weit zurück. Bereits im alten Ägypten hat man verschiedene Materialien für den Wundverschluss verwendet. So beispielsweise Leinenfäden, Bogensehnen, Pflanzenfasern und sogar Haare.

Mit der Zeit hat man neben den eben genannten viele verschiedene Materialien ausprobiert. So unter anderem Gold, Silber oder Eisendrähte. Aber auch Seide, Hanf, Darmsaiten oder sogar Baumrinde wurden ausprobiert. Der Fortschritt der Entwicklung des Nahtmaterials hing dabei unmittelbar auch von den hygienischen Gegebenheiten ab, da es aufgrund des unsauberen und keimbelasteten Materials häufig zu Infektionen kam. Durch die Erfindung der ersten Desinfektions- und Sterilisationsverfahren, unter anderem durch den englischen Chirurgen Lister, konnten diese Infektionen eingedämmt werden. Im Zuge dessen kam es zur Entwicklung des Catgut-Fadens, welcher aus Schafdärmen hergestellt wurde.

Kurz, bevor der zweite Weltkrieg ausbrach, wurden die ersten Textilfasern entdeckt und wenig später auch für chirurgische Nähte verwendet. Damals gab es diese jedoch noch nicht in einzelnen Packungen und in der gewünschten Länge. Wie meine älteren Kollegen mir aus früheren Zeiten berichtet haben, musste man damals den Faden aus einem sterilen Gefäß mit einer Pinzette entnehmen und auf die jeweilige Länge kürzen. Die Verbindung von Nadel und Faden, so wie wir es heute als atraumatische Naht kennen, gab es vor einigen Jahren auch noch nicht. Daher musste man jeden einzelnen Faden auch hier einzeln einfädeln.

 

Welche Nähte gibt es?

Nun, da gibt es zum einen die Hautnaht – das ist vermutlich jedem ein Begriff, der sich schon mal eine kleine Wunde zugezogen hat und im Anschluss sagen konnte “ich wurde mit X Stichen genäht”. Wobei eine Hautnaht nicht immer wirklich genäht sein muss, aber darauf gehe ich später noch mal genauer ein. Dann gibt es noch Nähte für die verschiedenen Gewebeschichten, also beispielsweise Muskel-, Faszien- oder Subkutannähte (Schicht unter der Haut). Es gibt aber auch Gefäß- und Darmnähte, die besondere Eigenschaften haben müssen, sowie Annähte von Drainagen.

Nähte gibt es als traumatische und atraumatische Varianten, also mit Nadel zum Einfädeln, oder mit Nadel, die schon direkt mit dem Faden verbunden ist. Der lose Faden, den man zum Einfädeln nehmen würde, kann man auch als sogenannte Ligatur verwenden, um Blutungen zu unterbinden. Es gibt Fäden die sich nach einer gewissen Zeit wieder auflösen können, also resorbierbar sind, und es gibt das genaue Gegenteil. Manche Fäden sind geflochten wie ein Seil, andere wiederum haben die Struktur einer Wäscheleine. Hierbei spricht man von einem monofilen Faden.

 

Monofiler, resorbierbarer PDS Faden. OTA-franzi.de
Monofiler, resorbierbarer 2er PDS II Faden mit CTX Plus Nadel.

Monofile Nähte

Da wir gerade schon von der Wäscheleine gesprochen haben, erkläre ich am besten auch zunächst was mit monofilen Fäden genau gemeint ist. Es handelt sich hierbei nur um einen einzigen Faden der aus einem Kunststoff besteht. Dieser besitzt eine glatte Oberfläche, hat eine hohe Dichtigkeit, ist relativ steif und weniger geschmeidig. In der Regel handelt es sich bei diesen Nähten um synthetische Materialien. Sie können nichtresorbierbar oder selbstauflösend sein. Diese Eigenschaft verwendet man gerne bei “versteckten” Hautnähten.

Diese Fäden werden in der Regel am häufigseiten für Haut- oder Gefäßnähte verwendet. Sie können aber auch als Darmnähte eingesetzt werden oder um beispielsweise Sehnen wieder aneinander zu nähen.

 

VorteileNachteile
gute Gleitfähigkeitschwierigere Handhabung
keine Zwischenräume (vermeiden eine Bakterienansiedlung)Faden “springt” gerne in seine Ursprungsform zurück (Memory-Effekt)
relativ steif
Knoten sitzen nicht so fest & sicher
empfindlich/anfällig für Beschädigungen (z.B. durch greifen mit Instrumenten)

 

Poly- oder Multifile Fäden

Wie man anhand des Namens schon erahnen kann, handelt es sich hierbei um einen Faden, der jedoch aus mehreren dünneren Fäden besteht. Diese dünneren Fäden werden entweder miteinander verzwirnt oder sind geflochten zu einem größeren “Seil”. Sowohl synthetische als auch natürliche Rohstoffe können für die Herstellung dieses Nahtmaterials verwendet werden.

Polyfile Nähte haben meistens eine Beschichtung, damit eine bessere Gleitfähigkeit ermöglicht wird. Früher wurden dafür auch Öle wie Paraffin eingesetzt, jedoch haben diese Auswirkungen auf die Eigenschaften des Fadens und können im Nachhinein zu Komplikationen führen – beispielsweise durch eine zu schnelle Resorption der Naht. Auch diese Nähte gibt es in selbstauflösende Varianten und nichtresorbierbare.

 

VorteileNachteile
Gutes HandlingInfektionen durch Bakterienansiedlung in Zwischenräumen (Kapillarität/Wicking)
Hohe ReißfestigkeitUnregelmäßige Struktur/Oberfläche
Sicherer/fester KnotensitzEinschneiden ins Gewebe bzw. Sägewirkung
verminderter Gewebedurchzug

Pseudomonofile Nähte

Das Innere von diesen Fäden besteht aus mehreren dünneren, also multifilen Fäden. Allerdings haben sie im Gegensatz zu dem zuvor erläuterten Nahtmaterial eine Ummantellung, die eine glatte Oberfläche ermöglicht. Somit besitzen sie die Eigenschaften eines monofilen Fadens, wie beispielsweise die bessere Gleitfähigkeit und die nicht vorhandene Kapillarität (und dadurch keine Bakterienansiedlung). Aufgrund der polyfilen Eigenschaft sind diese Fäden jedoch nicht so steif, sondern geschmeidig und lassen sich auch besser knoten als eine monofile Naht. Daher ist ihr Einsatzgebiet eher bei Hautnähten oder zur Fixation von Drainagen.

Im Folgenden findet Ihr eine kleine Tabelle mit Nähten, die ich in meinem Alltag kennengelernt habe mit den Eigenschaften und Beispielanwendungen. Der Schrägstrich (/) dient hierbei als Pendant Kennzeichnung aufgrund der unterschiedlichen Firmen.

ResorbierbarNichtresorbierbar
Monofil synthetischMonocryl/Biosyn
PDS/Maxon
-> Sehnen, Darmnähte, Peritoneum, Bänder uvm.
Prolene/Surgipro
Ethilon/Monosof
-> Nerven, Haut, Gefäße uvm
Polyfil synthetischVicryl/Polysorb
-> Muskeln, Faszien, Subkutan, Durchstichligatur
Mersilene/Surgilon
Ethibond/TiCron
-> Annaht für Drainagen, Nabelhernien uvm.
Monofil natürlichStahldraht
-> Sternumrefixation
Polyfil natürlichSeide
-> MKG, Augenheilkunde

Nahtvarianten

Die einzelnen Fäden und deren Eigenschaften haben wir nun ausführlich besprochen, doch wie sieht es eigentlich mit den Nadeln aus?

Nun es gibt traumatische Nähte, bei denen man einen losen Faden in die Nadel mit Federöhr (ähnlich wie bei einer normalen Nähnadel) einspannen muss. Der Stichkanal ist bei dieser Variante größer, wodurch das an der Naht beteiligte Gewebe verletzt werden kann. Aber nicht nur das, auch der Faden selbst kann durch den Einspann-/Einfädelvorgang beschädigt werden. Traumatische Nähte sind kostengünstig, jedoch braucht man durch das erneute Einfädeln mehr Zeit als üblich. Diese kann man allerdings durch paralleles Nähen wieder einsparen, indem einer der Chirurgen die Naht vorlegt und der Zweite knotet. Chirurgen verwenden diese Variante beispielsweise gerne, um die einzenen Gewebeschichten nach der Implantation einer Endoprothese zu verschließen. Denn durch die Tatsache, dass man jedes Mal einen neuen Faden verwendet, verringert sich das Infektionsrisiko.

Es gibt aber auch atraumatische Nadel-Faden-Kombinationen. Hierbei sind Faden und Nadel schon direkt miteinander verbunden. Sie sind teurer als traumatische Nähte, allerdings kann man hierbei den Faden in seiner gesamten Länge verwenden, wodurch man wieder einspart. Sie sind aufgrund der stufenlosen Verbindung gerade bei Gefäßnähten beliebt, da sie so keine zusätzliche Blutung auslösen.

 

Chirurgische Nadeln

Chrirugische Nadeln sind zu 90% halbrund geformt. Allerdings gibt es in Ausnahmefällen auch gerade Nadeln – sie benötigt man beispielsweise um eine Achillessehnenruptur wieder zu nähen. Sie müssen elastisch sein, dürfen jedoch unter normalen Bedingungen nicht verbiegen oder gar abbrechen. Ebenfalls müssen sie einem hohen Druck standhalten können!

Die Nadeln können schneidend sein und eine scharfe Spitze haben, sie können aber auch rund und stumpf sein. Eine Nadel besteht aus der Nadelspitze, dem Nadelkörper und der Armierzone. Sie besitzt einen Nadelradius sowie einen Nadeldurchmesser und die sogenannte Sehne. Diese Sehne ist eine Gerade zwischen der Armierzone, also dem Ende wo der Faden dran befestigt wird, und der Nadelspitze. Die Bogenlänge umfasst die gesamte äußere Biegung von Armierzone bis zur Spitze.

 

Die chirurgische Nadel - OTA-franzi.de
Hier seht Ihr den Aufbau einer chirurgischen Nadel inklusive Beschriftung. Die Bogenlänge umfasst hierbei die Länge, wenn die man die Nadel begradigen würde.

Nadelformen

Die Nadeln können, wie eben bereits erwähnt, gerade sein oder kreisförmig mit folgenden Rundungen: 1/4, 3/8, 1/2, oder 5/8. Welche Rundung der Operateur wann verwendet, hängt zum Einen von der individuellen Vorliebe ab, zum Anderen aber auch von den Gewebeeigenschaften – sprich Tiefe, Dicke und Festigkeit.

Scharfe Nadeln sind an der Spitze und/oder durchgehend geschliffen. Dieser Schliff kann sich entweder im inneren Bereich der Nadel befinden oder außerhalb. Mit diesen durchsticht und schneidet man zugleich durch das Gewebe. Sie sind also invasiver. Stumpfe Rundkörpernadeln hingegen sind für besonders empfindliche, weiche Gewebe geeiget. Dadurch wird der Stichkanal möglichst klein gehalten und eine zusätzliche ungewollte Schädigung des Gewebes verhindert.

Runde, stumpfe Nadeln haben einen schwarzen ausgemalten Kreis als Symbol. Scharfe, schneidende Nadeln hingegen sind mit einem schwarzen Dreieck gekennzeichnet. Ist eine Mikrospitze vorhanden, so ist das Dreieck weiß mit einem Punkt in der Mitte, der Kreis einer runden Nadel ist ebenfalls weiß mit einem Kreuz. Es gibt noch sehr viele weitere Varianten, die eben beschriebenen sind jedoch die am häufigsten verwendeten Formen.

 

 

Der Wundverschluss

Hautnähte gibt es in vielen verschiedenen Varianten. So muss eine Hautnaht nicht unbedingt immer genäht werden. Hat der Chirurg beispielsweise sehr gut die unterste Hautschicht, das Subkutangewebe genäht und die Wundränder wurden sehr gut adaptiert, so kann man auch die “richtige” Haut kleben. Entweder durch speziellen Hautkleber oder auch nur durch spezielle Pflaster, die Steristrips. Dies macht man gerne bei kleineren Hautschnitten, wie sie bei einer Densverschraubung oder einer cervikalen Bandscheibenversorgung von ventral (“von vorne”) vorliegen. Aber auch bei einer lumbalen Bandscheibenoperation wird (zumindest in meiner Klinik) die Haut sehr häufig mittels Hautkleber geklebt.

Bei sehr großen Zugängen und einer nicht vorhandenen Nickelallergie verwenden die Chirurgen vorzugsweise einen Hauttacker. Denn man tackert einfach deutlich schneller als man näht. Eine ähnliche Tacker-Hautnaht ist die Verwendung von Michel-Klemmen. Diese kenne ich noch aus meiner alten Klinik. Dort wurde beispielsweise die Haut nach einer Schilddrüsenoperation auf diese Art und Weise verschlossen.

 

Einzelknopfnähte

Wird die Haut jedoch genäht, so gibt es auch hier viele verschiedene Varianten, auf die ich nun grob eingehen möchte.

 

Einfache Einzelknopfnaht

Diese Naht ist so ziemlich die einfachste Hautnaht, wie man anhand des Namens schon erahnen kann. Hierbei sticht man mit dem Hautfaden ca. 0,5cm vom Wundrand entfernt auf einer Seite der Wunde ein und kommt in der selben Entfernung auf der anderen Seite wieder raus. Die Einstich-Reihenfolge ist demnach: Kutis-Subkutis-Subkutis-Kutis. Nun muss nur noch geknotet werden und dann geht es wieder von Vorne los.

 

Donati Rückstich-Naht

Diese Naht ist die für mich persönlich unschönste Hautnaht. Hierbei ist der Vorgang zunächst wie bei der einfachen Einzelknopfnaht. Allerdings wird sobald man die Kutis auf der anderen Wundrandseite durchstochen hat diesmal nicht direkt geknotet. Man führt nun nämlich den Faden über der Haut und durch einen erneuten Einstich wieder zurück zum Ursprung und bildet dort den Knoten. Die Reihenfolge ist hierbei: Kutis – Subkutis – Subkutis – Kutis – Kutis – Subkutis – Subkutis – Kutis. Man hat durch diesen, nennen wir es oberflächlichen, Rückstich auf beiden Seiten der Wunde Fadenspuren.

 

Allgöwer Rückstichnaht

Diese Rückstichnaht sieht im Vergleich zur eben beschriebenen kosmetisch wieder deutlich schöner aus. Hierbei kombiniert man in einer gewissen Art und Weise die Einzelknopfnaht und eine Intrakutannaht – worauf ich jedoch gleich noch mal genauer eingehen werde. Der Beginn ist auch hier zunächst wie bei der klassischen Einzelknopfnaht. Allerdings sticht man mit der Nadel nicht auf der anderen Seite der Wunde wieder durch die Haut aus, sondern verbleibt in der Schicht unter der Haut (intrakutan) und führt so die Naht wieder zurück zum Ursprung. Die Reihenfolge wäre demnach also: Kutis – Subkutis – Subkutis – Kutis und im Anschluss der Knoten auf der Seite des Einstichs.

 

Fortlaufende Hautnähte

Im Gegensatz zu den gerade erklärten Nähten wird bei einer fortlaufenden Hautnaht der Faden nicht gekürzt und man hat viele einzelne Knoten, sondern lediglich zwei. Den Anfang und das Ende. Oberflächlich gibt es verschiedene Varianten für eine fortlaufende Hautnaht. So beispielsweise die von mir liebevoll genannte “Rollbratennaht”. Bei dieser wird an einem Ende der Wunde eingestochen, ein Knoten gebildet und im Anschluss bei jedem weiteren Einstich immer noch mal die Naht durch eine Schlaufe des vorherigen Fadens geführt. Wer schon mal per Hand etwas zuhause genäht hat, der kennt diese Technik vielleicht auch.

 

Intrakutane Hautnaht

Bei der Intrakutannaht liegt der Faden komplett “unsichtbar” unter der Haut. Kosmetisch ist dies eine der schönsten Hautnähte, da man nicht die einzelnen Einstichstellen sieht. Für besonders lange Hautschnitte ist dieser Wundverschluss jedoch eher weniger geeignet, zumal der Faden meist nicht lang genug ist und man zwischendurch erneut starten müsste.

Man beginnt bei der Intrakutannaht an einem Ende der Wunde und sticht dort durch die Haut ins Subkutangewebe ein. Wichtig ist, dass hierbei das Fadenende entweder direkt geknotet wird, oder aber mit einer Klemme fixiert wird. Sonst besteht die Gefahr diesen ausversehen durchzuziehen und letztendlich muss man wieder von vorne beginnen. Ansonsten führt man die Nadel direkt unter der Haut durch das Subkutangewebe immer wieder von der einen zur anderen Seite und adaptiert so die Wundränder aneinander. Hat man das andere Ende der Wunde erreicht, so sticht man dort ca. 1,5cm entfernt des Endes durch die Haut wieder aus und kann nun noch mal vorsichtig den Faden durch die Wunde “hin und her ziehen”. Im Anschluss an beiden Fadenenden jeweils einen Knoten bilden und schon ist alles fertig vernäht.

 

Magazin für einen GIA Stapler. OTA-Franzi.de
Magazin für einen GIA 80 Stapler.

Weitere Nahtmaterialien

Neben den von Hand hergestellten Nähten gibt es auch seit einiger Zeit Klammernahtinstrumente, die den Chirurgen das Leben erleichtern. Im Crashkurs gehe ich hierauf kurz und knapp ein. So gibt es unter anderem den Linear Stapler (Bspw. TA) und Linear Cutter (Bspw. GIA), sowie den Zirkulärstapler. Bei diesen Geräten wird durch einen “Knopfdruck” eine ganze Reihe von Klammern ausgelöst, die sich wie eine Tackernaht um das Gewebe legen. Dieses Gewebe wurde zuvor von dem Klammernahtgerät eingeklemmt und durch das Auslösen sowohl durchgeschnitten als auch direkt vernäht. Man schlägt quasi zwei Fliegen mit einer Klappe.

Für die linearen Varianten gibt es Magazine, die man nachladen kann. So kann man, wenn man doch zu wenig Gewebe gefasst haben sollte, noch mal nachträglich resezieren. Bei dem Zirkulärstapler hingegen ist dies nicht möglich. Dieser wird beispielsweise verwendet um den Restdarm nach einer Sigmaresektion wieder mi dem Rektum zu verbinden, sodass man auf einem natürlichen Weg weiterhin ausscheiden kann. Hierbei hat man eine Spitze und das passende Ende dazu, wo die Spitze durch ein Auslösen hineingedreht und somit die Darmenden miteinander verbunden werden. Für uns als Springer und auch den Chirurgen, der dieses Gerät auslöst, ist es nun wichtig zu kontrollieren, ob sich zwei intakte Ringe in diesem Gerät gebildet haben. Denn nur dann kann man davon ausgehen, dass die gebildete Anastomose einwandfrei ist.

 

So, das war der kurze Einblick in die große weite Welt der chirurgischen Nähte. Ich hoffe dass (besonders der letzte Teil) verständlich war und Ihr jetzt ein besseres Verständnis für die Verwendung der einzelnen Materialien habt. Nahtmaterialkunde ist übrigens auch ein sehr beliebtes Prüfungsthema 😉

 

Habt einen schönen Abend!

 

Eure franzi 🙂

 

Quellen:
Klinikleitfaden OP-Pflege, Urban&Fischer Verlag, 3. Auflage
Nahtmaterial-Fibel -Materialkunde, Naht- und Knüpftechnik, SERAG-WIESSNER Gmbh & Co. KG 06/2015
https://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/06/07H011/t2.pdf (Letzter Aufruf 09.06.20 23:05h)

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