Weiterbildungsmöglichkeiten als OTA

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Heute möchte ich nochmal genauer auf die einzelnen Weiterbildungsmöglichkeiten, die für Operationstechnische Assistenten möglich sind, eingehen. Viele denken tatsächlich, dass der Beruf OTA einer Einbahnstraße gleicht und es keine Aufstiegsmöglichkeiten gäbe, doch dem ist nicht so. Die Weiterbildungsmöglichkeiten sehen in diesem Beruf einfach nur ganz anders aus, als es beispielsweise bei kaufmännischen Ausbildungsberufen der Fall ist.

Zugegebenermaßen ist es wirklich schwierig, die einzelnen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten überhaupt ausfindig zu machen. Aber das liegt möglicherweise auch daran, dass es den Beruf der Operationstechnischen Assistenz einfach noch nicht so lange gibt wie beispielsweise die Gesundheits- und Krankenpflege. Zudem ist man als OTA auch bereits hochspezialisiert. Was ich leider auch noch erwähnen muss, ist die Tatsache, dass man mit einer Weiterbildung nicht unbedingt auch automatisch das große Geld verdient. Oftmals hat eine Weiterbildung leider keine große Auswirkung auf das jeweilige Gehalt, trotz eventuellem Mehraufwand.

 

Weiterbildungsmöglichkeiten ohne Studium

Beginnen wir zunächst einmal mit den Weiterbildungsmöglichkeiten, die in Richtung zweite Ausbildung oder Fortbildung gehen. Dies sind unter anderem die Praxisanleitung, Stations- oder Bereichsleitung, Hygienebeauftragter oder -fachkraft, Qualitätsmanagement, die Chirurgisch-Technische Assistenz oder auch die Anästhesietechnische Assistenz.

 

Weiterbildungsmöglichkeiten mit Studium

Ob mit Abitur oder ohne, auch als OTA kann man ein Studium absolvieren und sich auf diese Art und Weise weiterbilden. Sobald man zwei Jahre durchgehend im Beruf gearbeitet hat, kann man sich die Berufliche Qualifikation für ein Studium im jeweiligen Fachbereich bestätigen lassen. Mit dieser kann man dann in Richtung Medizin-/ Pflegepädagogik, Gesundheitsmanagement oder -ökonomie, Physician Assistant oder auch Humanmedizin studieren. Ja, Ihr lest richtig! Man kann tatsächlich ohne Abitur und nur mit einer Ausbildung auch ein Medizinstudium absolvieren.

 

Kommen wir zu den einzelnen Weiterbildungen, aber nur im Schnelldurchlauf, denn wenn ich jede einzelne Zusatzqualifikation genauer ausführen würde, würde dies den Rahmen des Beitrags deutlich sprengen.

 

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Weiterbildung zum Praxisanleiter/-in

Beginnen wir mit der ersten Weiterbildungsmöglichkeit, die in der Regel auch von den Pflegekräften zunächst wahrgenommen wird: die Praxisanleitung. Wie der Name schon verrät, seid Ihr am Ende der Fortbildung dazu qualifiziert, die Auszubildenden anzuleiten, zu bewerten und auch später bei den jeweiligen Prüfungen zu begleiten.

Um für diese Weiterbildungsmöglichkeit zugelassen zu werden, muss man in seinem Ausbildungsberuf mindestens zwei Jahre lang gearbeitet haben. Hat man während der Ausbildung parallel ein begleitendes Studium absolviert, so kann man sich auch direkt im Anschluss zum Praxisanleiter weiterbilden lassen.

Eine gute Praxisanleitung ist mit viel Aufwand verbunden, die jedoch kaum bis gar nicht zusätzlich vergütet wird. Dafür wird man aber von seinem Arbeitgeber für ein gewisses Kontingent an Stunden freigestellt, um sich ausführlich mit den Auszubildenden auseinander zu setzen. Seiner normalen Tätigkeit geht man aber trotzdem parallel nach.

Während der Weiterbildung werden unter anderem folgende Inhalte vermittelt: Qualitäts- und Konfliktmanagement, rechtliche Aspekte wie Arbeits- und Haftungsrecht oder auch das Jugendarbeitsschutzgesetz. Des Weiteren erhält man Einblicke in die Didaktik, Methodik und auch verschiedene psychologische Aspekte. Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl an Inhalten, die während des Lehrgangs behandelt werden.

Die Weiterbildung hat eine Dauer von ca. 300 Stunden, die überwiegend theoretisch gehalten sind. Prüfungen müssen ebenfalls absolviert werden. Diese reichen von Klausuren über Hausarbeiten bis hin zu mündlichen und praktischen Prüfungen in der Klinik.

 

Weiterbildung Bereichs- oder Stationsleitung

Für uns im OP wäre dies konkret die Fachbereichsleitung und auch die OP-Leitung. Auch für diese Weiterbildungsmöglichkeit muss man mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in seinem Ausbildungsberuf gesammelt haben, oder ein abgeschlossenes Studium im entsprechenden Bereich nachweisen, bevor man sich bewerben kann.

Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine berufsbegleitende Weiterbildung, die maximal drei Jahren beträgt. Ein Großteil nimmt hierbei der theoretische Teil in Anspruch – ein Teil kann jedoch durch eigenständiges Lernen übernommen werden und muss nicht in der Weiterbildungsstätte absolviert werden. Praktische Hospitationen, Modulprüfungen, schriftliche und mündliche Projekte sind ebenfalls Bestandteile.

Mit Abschluss dieser Weiterbildung ist die Übernahme von Leitungs- und Führungsaufgaben innerhalb einer Abteilung möglich. Man übernimmt die Gestaltung des Dienstplans, ist für Organisatorisches verantwortlich, muss Gespräche führen (Mitarbeiter und Bewerbungsgespräche), Bestellungen sowie Abläufe koordinieren und optimieren. Und noch viele weitere Aufgaben übernehmen!

Als leitende Funktion verdient man in der Regel etwas mehr als die anderen Mitarbeiter, genaue Zahlen habe ich jedoch nicht finden können.

 

Fortbildung zum „Beauftragten Mitarbeiter“

Generell bildet man als beauftragter Mitarbeiter immer eine Stabstelle zwischen den Mitarbeitern in der jeweiligen Abteilung vor Ort und der jeweiligen Organisation – hier der Hygiene. Bei uns im OP gibt es beispielsweise neben den Hygienebeauftragten auch Strahlenschutzbeauftrage oder Medizintechnik-beauftragte Kollegen. Diese sind dann für die Mitarbeiter, aber auch die Leitung des OPs in der Regel die erste Anlaufstelle, wenn es irgendwelche Fragen beispielsweise gibt.

In den jeweiligen Schulungen, die einige Stunden in Anspruch nehmen, erwerben die „beauftragten Mitarbeiter“ notwendige Kenntnisse zu ihrem jeweiligen Bereich: Hygiene, Strahlenschutz, Medizintechnik. Abgeschlossen wird eine solche Fortbildung mit einer entsprechenden Prüfung. Beauftragte üben die Tätigkeit freiwillig neben dem eigentlichen Beruf aus, was sich in einer zusätzlichen Bezahlung meist nicht widerspiegelt.

Bei Fragen beispielsweise rund um neue Hygienerichtlinien oder die Einweisung in neue medizinische Gerätschaften sind die jeweiligen beauftragen Mitarbeiter die erste Anlaufstelle. Sie kümmern sich nebenbei um diese Bereiche, gehen regelmäßig auf entsprechende Schulungen und sind so immer auf dem aktuellsten Stand.

 

Weiterbildung zum Chirurgisch-Technischen Assistenten (CTA)

Jetzt kommen wir doch mal zu einer Weiterbildung, die vielleicht etwas praktischer und interessanter für den Ein oder Anderen ist. Als CTA ist man ein Bindeglied zwischen den Ärzten und der Pflege. Man übt unter anderem verschiedene delegierbare ärztliche Tätigkeiten aus. Diese können die Begleitung von Visiten sein, Legen von peripheren Zugängen, Verbandskontrollen und -wechsel, sowie auch die Assistenz im OP.

Im OP selbst übernimmt man beispielsweise die eigenständige und eigenverantwortliche Lagerung des Patienten und ist als erste, zweite oder dritte Assistenz direkt bei der Operation mit involviert. Dabei ist man nicht nur der „Hakenhalter“, sondern kann unter anderem auch beim Nähen unterstützen und beispielsweise den Wundverschluss eigenständig durchführen.

Um sich als OTA zur CTA weiterbilden zu können (im Übrigen auch umgekehrt), muss man zwei Jahre lang in seinem ursprünglichen Ausbildungsberuf arbeiten. Im Anschluss kann man dann den theoretischen und praktischen Teil der Weiterbildung ausüben. Wenn Du genaueres zur Chirurgisch-Technischen Assistenz erfahren möchtest, auch im Hinblick auf den Unterschied zu den Tätigkeiten als OTA, dann empfehle ich Dir den passenden Beitrag dazu! 😉

 

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Weiterbildung Anästhesietechnische Assistenz (ATA)

Neben der Chirurgisch-Technischen Assistenz gibt es auch die Weiterbildungsmöglichkeit zur Anästhesietechnischen Assistenz. Die Voraussetzungen für die Weiterbildung sind prinzipiell ähnlich, jedoch arbeitet man dann logischerweise im Anschluss auf der „anderen Seite des Tuchs“.

Als ATA ist man nämlich unter anderem für die Vor- und Nachbereitung des Patienten für die Narkose verantwortlich. Hierfür ist Medikamentenkunde sehr wichtig und natürlich ein sehr großer Bestandteil der Ausbildung. Man muss nämlich die unterschiedlichsten Medikamente in den jeweiligen Dosierungen kennen, um diese dann auf den Patienten individuell abstimmen zu können.

Die Vorbereitung der Narkose, das sogenannte „richten“ – ähnlich wie bei uns, ist mit eines der Hauptaufgabengebiete eines ATAs. Dafür müssen eben nicht nur die benötigten Medikamente richtig dosiert aufgezogen werden, sondern auch die Materialien für die unterschiedlichsten Narkoseformen vorbereitet werden.

Spoiler: Es wird rund um die Narkose und Anästhesie in naher Zukunft auch einen eigenen Beitrag geben, den ich hier dann selbstverständlich nachträglich verlinke.

Während der Operation überprüfen und überwachen ATAs unter anderem auch den Patienten und notieren dafür beispielsweise die ganzen Vitalparameter. Auch müssen sie die Tiefe der Narkose im Blick behalten, um rechtzeitig weitere benötigte Medikamente aufziehen zu können.

Nach der Operation müssen sie natürlich auch bei der sogenannten Ausleitung dem Anästhesisten assistieren und hilfreich zur Seite stehen. Denn auch in dieser Phase können einige Probleme auftreten, die ein schnelles Handeln erfordern.

Im sogenannten Aufwachraum, wo der Patient sich von der Narkose und der Operation erholt, sind ATAs ebenfalls für die Überwachung zuständig, um bei möglichen Unverträglichkeiten oder Komplikationen rechtzeitig agieren zu können.

Das war der ATA im Schnelldurchlauf. Was vielleicht noch wichtig zu erwähnen ist: Der ATA ist in der Anästhesiepflege im Prinzip das, was wir als OTA in der OP-Pflege sind. Sie sind schneller und spezialisierter ausgebildet für den Fachbereich der Anästhesie als eine Anästhesie Fachpflegekraft. Der Beruf ist „noch“ recht neu und daher nicht so weit vertreten wie der des OTAs.

 

Weiterbildungsmöglichkeit über ein Studium zum Physician Assistant (PA)

Auch der Physician Assistant ist noch ein relativ neuer Beruf in Deutschland. Bislang war dieser Studiengang sogar nur an privaten Hochschulen möglich. Mittlerweile erkennen jedoch einige weitere die Notwendigkeit dieses Berufsbildes an und ermöglichen somit ein Studium ohne hohe Kosten.

Der Physician Assistant ist wie der CTA eine „Mischung“ aus Pflegekraft und Arzt. Man übernimmt aktuell ähnliche Tätigkeiten wie es bei der Chirurgisch-Technischen Assistenz der Fall ist. Dies liegt aber hauptsächlich auch daran, dass dieser Abschluss einfach noch recht unbekannt ist.

Als PA kann man beispielsweise die Anamnese erheben, Patientengespräche und körperliche Untersuchungen durchführen und dadurch auch schon Diagnosevorschläge äußern. Eine genaue Diagnosestellung bleibt jedoch im Verantwortungsbereich eines Arztes.

Kleinere Eingriffe kann ein PA aufgrund seiner Spezialisierung und des vorhandenen Fachwissens auch durchführen. Da wir hier vom PA-Studium als Weiterbildungsmöglichkeit sprechen, kann man innerhalb von drei Jahren diesen Abschluss berufsbegleitend erwerben.

Wer sich ganz genau über das Physician Assistant-Studium informieren möchte, der sollte sich auch hier den passenden Beitrag dazu durchlesen. Denn dort erfahrt Ihr weitere wichtige Informationen, die hier den Beitrag bezüglich der Länge sonst sprengen würden.

 

Weitere Studiengänge, die auch als OTA möglich sind

Neben Pflege- oder Medizinpädagogik, Pflegemanagement, Gesundheitswissenschaften und -management, kann man auch Humanmedizin studieren. Es gibt sicherlich noch weitere Studiengänge, aber meiner Meinung nach die bekanntesten.

Pädagogik ist, wie der Name schon verrät, ein Studiengang, durch den man zum Unterrichten an (medizinischen) Berufsfachschulen befähigt wird. Denn irgendwer muss unsere Nachwuchskräfte, die wir wirklich dringend benötigen, auch unterrichten und ausbilden. Man kann auch hierfür nur über die berufliche Qualifikation zugelassen werden. Hat man jedoch eine Abiturvariante, kann man direkt nach der Ausbildung ohne weitere Praxiserfahrung starten.

Die beiden Management-Studiengänge befähigen einen unter anderem auch zur Leitung einer OPs. Man kann aber auch eine Etage höher gehen und im Management der Klinik mitwirken, wo man noch mehr Entscheidungen über gewisse Prozesse und deren Optimierung treffen kann. Generell sind sich Pflege- und Gesundheitsmanagement, sowie Pflege- als auch Gesundheitswissenschaften sehr ähnlich im Aufbau des Studiums.

Die wissenschaftlichen Studiengänge vertiefen Themen wie Anatomie, Physiologie oder Psychologie. Aber auch die Diagnostik und Interventionstechniken, Forschung und – wie eben bereits erwähnt – Managementthemen werden im Rahmen des Studiums behandelt. Mit einem Abschluss kann man auch hier im Management einsteigen, es gibt aber auch die Möglichkeit, bei Krankenkassen tätig zu werden.

 

Das Medizinstudium

Muss ich dazu wirklich noch etwas sagen, beziehungsweise genauer drauf eingehen? Ja, als examinierte/r Operationstechnische/r Assistent/in kann man im Anschluss Humanmedizin studieren – sofern man einen der begehrten Studienplätze ergattern kann. Hat man die Allgemeine Hochschulreife, so kann man sich Punkte für die Ausbildung und die Berufstätigkeit anrechnen lassen. Zusammen mit einem guten TMS stehen die Chancen dann recht gut, um über das ADH oder die Eignungsquote zugelassen zu werden.

Ohne Abitur kann man sich über die Berufliche Qualifikation bewerben. Diese erlangt man, wenn man einen Abschluss von mindestens 2,5 als Durchschnittsnote vorweisen kann, sowie eine Berufserfahrung von mindestens 3 Jahren. Extrapunkte für den Beruf und die Erfahrung gibt es bei dieser Variante leider nicht. Dafür kann man aber beispielsweise mit einem sehr guten Abschluss bei der Abibestenquote punkten. Mit einem sehr guten TMS stehen auch hier die Chancen wieder deutlich besser für ein zukünftiges Medizinstudium.

 

So, das waren jetzt die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die wir als Operationstechnische Assistenten wahrnehmen können. Es gibt bestimmt noch einige mehr, aber das sind denke ich die bekanntesten.

 

Hoffentlich konnte Euch dieser Beitrag ein wenig Aufschluss geben und vielleicht bei der Entscheidung über eine Weiterbildung hilfreich zur Seite stehen.

 

Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend und ein schönes restliches Osterwochenende!

Eure franzi!

 

 

 

Quellen:
Jeweils letzter Zugriff am 25.03.2021 im Zeitraum von 18:00h bis 21:00h

https://www.dkgev.de/fileadmin/default/Mediapool/2_Themen/2.5._Personal_und_Weiterbildung/2.5.11._Aus-_und_Weiterbildung_von_Pflegeberufen/DKG-Empfehlung_fuer_die_Weiterbildung_zur_Praxisanleitung_vom_29.09.2015/Neu_ab_1.5/DKG_Empfehlung_Praxisanleitung_2019_06_18.pdf

https://www.dkgev.de/fileadmin/default/Mediapool/2_Themen/2.5._Personal_und_Weiterbildung/2.5.11._Aus-_und_Weiterbildung_von_Pflegeberufen/DKG-Empfehlung_fuer_die_Leitung_einer_Station_eines_Bereichs/DKG-Empfehlung_2019_06_18.pdf

https://www.pflegestudium.de/weiterbildung/qualitaetsmanagementbeauftragter/#karriere

https://www.pflegestudium.de/weiterbildung/hygiene/#karriere

https://www.pflegestudium.de/studiengaenge/pflegewissenschaft/

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Operationstechnische Assistenz – medizinische Ausbildung, Verkürzung, Kinder

https://www.pexels.com/de-de/foto/teddybar-schmerz-teddy-krank-42230/

Im letzten Beitrag habe ich bereits die häufigsten Fragen rund um das Thema Gehalt oder auch den Urlaubsanspruch angesprochen. Heute möchte ich auf die Rubrik bereits absolvierte medizinische Ausbildung, Ausbildungsverkürzung und Ausbildung mit Kind eingehen.

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