Nachhaltigkeit im OP

Beispiele für Plastik im OP - Einweglampengriffe und extra eingeschweißte Saugerbeuel. franzis-Blogstory.schreibnacht.de

Hallo Ihr Lieben,
vor einigen Wochen habe ich bereits auf meinem Instagram Account einen kurzen Beitrag zum Thema Plastik und Nachhaltigkeit im OP verfasst.
Heute möchte ich auf diese Thematik etwas genauer eingehen.

Ich selbst beschäftige mich noch nicht ganz so lange mit dem Thema Nachhaltigkeit. Erst durch die Bloggerin Louisa Dellert (unbezahlte Werbung!) bin ich diesbezüglich etwas aufmerksamer geworden. Ich würde jetzt nicht unbedingt behaupten, dass ich besonders verschwenderisch bin, aber es gab und gibt doch einen gewissen Optimierungsbedarf.

Eine Freundin von mir befasst sich auch schon deutlich länger mit der Nachhaltigkeit und Fair Trade – von Kleidung bis hin zum Smartphone. Letzteres hat mich damals schon nicht so wirklich überzeugen können, als sie mir davon erzählte und zugegebenermaßen hatte sie selbst auch nur Probleme damit. Daher rückte die Thematik für mich auch etwas weiter in die Ferne.

Nachhaltigkeit lässt sich zu Hause relativ leicht in kleinen Schritten umsetzen. Das fängt mit der Umstellung von Plastikdosen auf Glasdosen, die gleich mehrere Vorteile haben, schon an. Oder einfach Jutebeutel anstelle von Einkaufstüten aus Plastik verwenden.

Zitat aus dem Buch: Erfolgskonzepte Praxis- & Krankenhaus-Management (Springer Verlag)
Zitat aus dem Buch: Erfolgskonzepte Praxis- & Krankenhaus-Management (Springer Verlag 15.06.19 14:31h) https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-20362-6_56


Doch wie sieht es im Krankenhaus aus?

Schon immer hat mich die ganze Ansammlung an Müll im OP gestört. Eine richtige Mülltrennung gibt es meist nicht. Sie ist gerade im OP-Saal, besonders für den sterilen Dienst, schier unmöglich.

Vor allem bei größeren Operationen, wie beispielsweise bei einem Prothesenwechsel, häuft sich immer besonders viel Müll an: Die Prothesen und einzelnen Materialien sind meist doppelt und dreifach verpackt.

Üblicherweise muss ein Karton zunächst aus einer Folie heraus geholt und ein mal geöffnet werden. Dann hat man eine weitere Verpackung, die oftmals aus Plastik besteht. Entweder als eine Art “Schale” oder aber als eingeschweißte Variante. Diese wird ebenfalls geöffnet, diesmal jedoch so, dass der Instrumenteur den Inhalt steril entnehmen kann. Dieser Inhalt ist nun also steril am Tisch und ebenfalls 1-2 mal eingepackt bevor man das eigentliche Implantat in der Hand hält.

Wie Ihr also hier schon jetzt feststellen könnt, sind das ganz schön viele Verpackungen, die überwiegend von Plastik geprägt sind. Während eines Protheseneinbaus sammeln sich in unserem Krankenhaus drei bis vier große Säcke gefüllt mit jeder Menge Müll an.

Diesen Verpackungsmüll haben wir aber auch an anderen Baustellen im OP. So sind beispielsweise unsere Saugerbeutel, die bereits aus Plastik sind (was ich hier auch als sinnvoll empfinde), zusätzlich in einer Plastiktüte eingepackt. Diese Extratüte verstehe ich beispielsweise nicht. Diese Saugerbeutel sind günstiger als unsere vorherigen, aber häufen mehr Müll an. Denn die Marke, die wir bisher bei uns im OP hatten, hatte keine Extra-Tüte.

Generell gibt es im OP sehr viele Einmalmaterialien. Diese sind für das Krankenhaus einfach günstiger als Instrumente und die Wäsche zu waschen und zu steriliseren. Aber ist das wirklich wirtschaftlich? Ist das umweltfreundlich? Meiner Meinung: NEIN!

Vorbereitete Einmalmaterialien für eine OP. franzis-Blogstory.schreibnacht.de
Vorbereitete Einmalmaterialien für eine OP. franzis-Blogstory.schreibnacht.de


Einmalmaterialien

Im Krankenhaus findet man sehr viele Einmalmaterialien vor. Aus ökonomischer Sicht wurde schon vor einiger Zeit von Mehrweg auf Einweg umgestellt. Besonders wenn die Klinik einen privaten Träger hat, wird sehr stark auf die Verwendung von möglichst günstigen Materialien geachtet.

Ehemalige Kollegen während meiner Ausbildung haben eine solche Umstellung – also den Wechsel auf einen privaten Träger mitgemacht. Die Patienten auf der Station haben sich beispielswiese gewundert, weshalb es nur noch so “Papierlappen” anstelle von richtigen Waschlappen gab.

Einmalmaterialien sind jedoch nicht durchweg schlecht. Sie erfüllen auch einen hygienischen Auftrag, was einfach nicht mit der Nachhaltigkeit vereinbar ist. So würde ich bei mir selbst beispielsweise auch keinen Tubus verwenden wollen, der vorab schon mal bei jemand anderem verwendet wurde. Erst recht nicht wenn dieser andere Patient beispielsweise einen multiresistenten Keim hatte.

Die Instrumente und Materialien werden zwar hygienisch aufbereitet und sterilisiert, doch es kann sich einfach immer eine Fehlerquelle einschleichen. Besonders weil wir auch einfach nur Menschen sind, und Menschen machen leider auch mal Fehler.
Ich selbst habe sogar schon im OP-Set steril eingeschweißte Fliegen gehabt, weil die sich einfach in den jeweiligen Betrieb eingeschlichen hatten und leider zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Immerhin hatten sie einen keimfreien Tod.


Nachhaltigkeit im OP

Da ich vorhin bereits die Einweg- und Mehrwegmaterialien angesprochen habe, werde ich Euch nun eine kleine Gegenüberstellung erstellen und so die Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen.

Vor kurzem hatten wir bei uns in der Klinik einen Protheseneinbau, wo die Implantate und die dazugehörigen Instrumente ausschließlich aus einem 3D-Drucker kamen. Das war für mich wirklich faszinierend und erstaunlich, weil die Technik einfach schon so weit ist. Vorteil eines 3D-Implantats: Es ist wirklich zu 100% passgenau – vorausgesetzt man hat vorher alles richtig ausgemessen und berechnet.

Nachteil: Diese 3D-Implantation hat unglaublich viel Müll produziert. Für mich war es beispielsweise unverständlich, zu sehen, dass die Instrumente auch aus dem “Drucker” gekommen sind. Warum konnte man das beispielsweise nicht kompatibel zu einem bestehenden System machen, sodass man sich den Aufwand und anschließenden Müll für die Instrumente hätte sparen können. Denn alles was extra für diese OP gedruckt wurde und nicht im Patienten verblieb, wurde mit dem Müll entsorgt. Das war für mich so ziemlich das schlimmste an dieser Operation!

Hier seht Ihr ein blaues Mehrwegtuch, sowie resterilisierbare Lampengriffe in der Mitte. franzis-Blogstory.schreibnacht.de
Hier seht Ihr ein blaues Mehrwegtuch, sowie resterilisierbare Lampengriffe in der Mitte. franzis-Blogstory.schreibnacht.de


Lampengriffe

Sie können sowohl aus Plastik für den Einmalgebrauch verwendet werden, aber auch als Mehrweg zum Sterilisieren. Die “Plastik-Verhüterlis”, wie ich sie gerne nenne, sind wahrscheinlich deutlich günstiger als die sterilisierbaren. Besonders wenn man die günstigste aller Varianten wählt. Doch sind diese auch gut?

Nein! Sie lassen sich meist nicht vollständig über die Griffe ziehen, und dies ist oftmals auch sehr schwergängig. Zudem sind sie meistens auch für mehrere Lampenmodelle konzipiert, was die Handhabung ebenfalls erschwert. Sollen sie Müll sparen, in dem die Verpackung einfach kleiner gehalten wird, dann sind sie ganz klein zusammen gerollt. Hier gibt es jedoch die Fehlerquelle, dass sie zu leicht aus der Hand rutschen.

Sterilisierbare Lampengriffe sind im Handling die deutlich bessere Variante und auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit viel besser für die Umwelt.


OP-Kittel/-Mäntel und Abdecktücher

Aus der Uniklinik, wo ich vor 3 Jahren meine Ausbildung erfolgreich absolviert habe, kenne ich sowohl das Konzept der Mehr- und Einwegkittel und -tücher. Was auch hier sicherlich für jeden klar ist. Mehrweg ist auch hier die preisintensivere Variante.

In den hauptsächlichen operativen Abteilungen hatte man ausschließlich Mehrwegkittel und auch wasch- sowie sterilisierbare Tücher, im Ambulanten OP hingegen Einwegmaterialien. Dazu muss man vielleicht noch erwähnen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine starke Verschmutzung durch Blut im ambulanten OP deutlich geringer ist als im Zentral-OP.

Denn ein sehr großer Nachteil der Einwegkittel ist folgender: trotz wasserabweisender Beschichtung sind diese Mäntel meistens nicht zu 100% dicht. Besonders blutigere Operationen, beispielsweise eine Hüftoperation oder auch eine Bauchoperation, halten diese Mäntel meistens nicht ganz aus.

Vor allem in der Unfallchirurgie müssen die Chirurgen mehr Kraft aufwenden und kommen dadurch zwangsläufig ins Schwitzen. Auch die Bewegungen stellen die Papierkittel immer ganz schon auf die Probe. So kommt es dann auch zwangsläufig dazu, dass die Kittel reißen oder der Schweiß des Chirurgen aus dem Ärmel tropft. Daher verbrauchen Unfallchirurgen auch je nach Operation gerne mal drei bis vier Mäntel. Die dann im Müll landen. Also doppelter Müll durch den alten Kittel und die Verpackung des neuen Kittels.

Die Mehrweg-Stoff-Kittel sind in meinen Augen auch hier die bessere Variante bezüglich der Nachhaltigkeit. Ich selbst empfinde auch das Tragegefühl als deutlich angenehmer, denn manch ein Papierkittel kratzt auch gerne mal. Ob die Stoffmäntel wärmer sind, kann ich nicht so ganz genau beantworten, da ich eine bekennende Frostbeule bin. Ich friere eigentlich immer und überall. Das wäre auch damals so ziemlich mein einziges Argument gegen die Ausbildung gewesen, aber jetzt schweife ich doch etwas zu sehr ab.

Die Mehrwegmäntel sind definitiv weniger anfällig für Risse. Ebenfalls sind sie relativ dicht – besonders im Vergleich zu den Einwegkitteln. Für besonders “nasse” Operationen, also blutig oder durch Wasser wie es bei einer Arthroskopie der Fall ist, gibt es jedoch auch hier noch mal extra verstärkte Varianten.

Gleiches gilt für die Ein- und Mehrwegtücher. Auch wenn die Einmaltücher eine wasserabweisende plastikartige Beschichtung haben, sind sie im direkten Vergleich mit den Stofftüchern der klare Verlierer. Auf den Mehrwegtüchern hat man beispielsweise richtig schöne Wasserperlen.

Beispiele für Plastik im OP - Einweglampengriffe und extra eingeschweißte Saugerbeuel. franzis-Blogstory.schreibnacht.de
Beispiele für Plastik im OP – Einweglampengriffe und extra eingeschweißte Saugerbeuel. franzis-Blogstory.schreibnacht.de


Pro und Contra von Ein- und Mehrwegmaterialien

Was wahrscheinlich jedem an dieser Stelle klar sein sollte: Einmalmaterialien produzieren Unmengen an Müll. Dafür sind sie jedoch sehr günstig für die Kliniken. Ebenfalls wird nicht viel Frischwasser für die Herstellung und Entsorgung benötigt.

Mehrwegartikel haben als großen Kostenpunkt die Aufbereitung. Denn für das Waschen und anschließende Sterilisieren wird viel Wasser benötigt. Zudem braucht man sicherlich auch mehr Personal für die Aufbereitung, weil die Maschinen einfach noch nicht so weit sind, dass sie die Materialien und Instrumente zusammenbauen, ölen, verpacken und einschweißen können. Personal ist immer teuer. Stichwort Pflegenotstand.

Dafür produzieren Mehrwegartikel aber deutlich weniger Müll. Ebenfalls können Textilien wie OP-Kittel später, wenn eine weitere Aufbereitung nicht mehr möglich ist, als Kohle einen weiteren Zweck erfüllen.

Viele Einmalmaterialien sind aufgrund der günstigen Herstellung und des günstigeren Materials einfach nicht so belastbar. Daher gehen diese einfach viel schneller kaputt. Die Folge davon ist, dass man beispielsweise anstatt einem Paar Handschuhe, drei oder vier Paar verwenden muss: Also entsteht deutlich mehr Müll, als wenn man direkt das teurere Produkt mit einer besseren Qualität verwendet hätte.

Nachhaltigkeit im OP: Instrumentier- und Beistelltische mit Einmal-Abdeckungen, die sehr viel Müll produzieren.
franzis-Blogstory.schreibnacht.de
Instrumentier- und Beistelltische mit Einmalabdeckungen. franzis-Blogstory.schreibnacht.de


Wie kann ich zu einer Verbesserung der Nachhaltigkeit beitragen?

Nun wir selbst können den Klinikleitern leider nicht sagen, was sie in das Repertoire aufnehmen sollen und was nicht. Aber wir können zumindest beim Testen von neuen Materialien einen ehrlichen Bewertungsbogen ausfüllen und so zumindest unsere Meinung mitteilen.

Desweiteren ist ein bewussterer Umgang mit den ganzen Materialien sehr hilfreich und kann schon eine ganze Menge ausmachen. Wir hatten beispielsweise mal eine Schülerin, die dachte man müsste sich nach wirklich jeder OP umziehen. Das Jäckchen, welches man anziehen kann wenn einem zu kalt sein sollte, hatte sie ebenfalls jedes Mal nach dem Verlassen des Saals entsorgt. So fiel natürlich eine ganze Menge Müll an. Hier war der Fehler einfach eine falsche Aufklärung oder eben gar keine Aufklärung. Sie hatte natürlich keine bösen, sondern stets gute Absichten und wollte einfach sehr hygienisch arbeiten. Aber manchmal ist zu viel auch nicht das Beste.

Versucht weitestgehend den Müll zu trennen. Man kann im OP als Springer beispielsweise sehr gut Plastikflaschen und Kartons separat vom eigentlichen Müll entsorgen. Versucht systematisch vorzugehen. Wenn die Situation angespannt ist und es einfach schnell gehen muss, muss ich gestehen, dass ich da dann auch nicht unbedingt so darauf achte. Aber in diesem Fall würde auch der Patient zu Schaden kommen und da muss man sich in diesem Moment einfach für dieses einzelne Leben entscheiden.

Besonders am Anfang der OP kann man schon eine große Menge an Müll separieren! Während der OP ist es auch hilfreich, wenn Ihr vielleicht nicht alle 3 Mülleimer im Saal verwendet, sondern nur einen oder zwei. Natürlich nur wenn es die Größe der Operation zulässt. Bei einer kleineren OP kann man so nämlich auch schon viel Müll sparen. Denn selbst wenn in einem der Mülleimer nur ein verschmutztes Paar Handschuhe entsorgt wurde, so muss die 120-l-Mülltüte gewechselt werden. Und das obwohl sie noch nicht einmal ansatzweise voll ist.

Man ist gerne mal bequem, das kenne ich sowohl von mir als auch von meinen ärztlichen und nicht ärztlichen Kollegen. Da geht man dann gerne den kürzesten und einfachsten Weg. Aber wenn man die Nachhaltigkeit im OP und auch generell im Krankenhaus verbessern möchte, sollte man gewillt sein an seiner Einstellung zu arbeiten. Denn wir wollen doch alle etwas länger auf dieser Welt leben, oder nicht?


In diesem Sinne möchte ich diesen Artikel jetzt beenden, denn sonst wird er wahrscheinlich noch zu einem Roman ausarten. Falls Ihr noch weitere Infromationen von mir zum Thema Nachhaltigkeit haben möchtet und wie ich diese bei mir nach und nach versuche in den Alltag zu integrieren, könnt Ihr mir dies gerne schreiben.

Ich wünsche Euch einen schönen Start in die neue Woche!

Eure franzi

Ausbildung zur OTA – Präparate

Hallo Ihr Lieben!

Der heutige Beitrag dreht sich mal wieder um ein etwas spezielleres Thema – nämlich um Präparate. Denn diese findet man auch häufig in unserem Arbeitsalltag als OTA vor. Doch was sind überhaupt Präparate im OP? Muss man bei deren Versorgung etwas beachten? Gibt es überhaupt irgendetwas zu beachten? Die Antworten findet Ihr im weiteren Verlauf!

Definition

Laut Definition ist ein Präparat ein Objekt in der Anatomie, Pathologie sowie in der Mikrobiologie, welches durch bestimmte Verfahren untersucht wird. Diese dienen unter anderem zu Lehrzwecken und zur Anschauung (siehe Körperwelten). Werden Präparate von einem Arzt oder Präparator zur Weiterbearbeitung aufbereitet, so bezeichnet man diesen Vorgang als Präparation.

Photo by Arthur Lambillotte on Unsplash
Plastinierter menschlicher Körper z.B. bei Körperwelten
Photo by Arthur Lambillotte on Unsplash

Präparate im OP

Während manchen Operationen werden auch gewisse Proben entnommen. Diese werden anschließend zur histologischen Begutachtung ins pathologische Institut oder ins Labor geschickt. So ist es zum Beispiel der Fall bei Tumoroperationen. Jeder Tumor wird eingeschickt um festzustellen, ob man genug vom umliegenden Gewebe mit entfernt hat. So weiß man genau ob man noch mal nachresezieren, also nachschneiden, muss.

Auch wird hierbei genau festgestellt, um welche Art Tumor es sich handelt, also beispielsweise ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Daraus wird dann geschlossen, wie die weitere Behandlung des Patienten aussehen sollte.

Diese histologischen Präparate werden auch Schnittpräparate genannt. Sie werden durch bestimmte Verfahren beispielsweise eingefärbt, eingefroren und in viele kleine Scheiben geschnitten. So können die Präparate gründlich im Mikroskop begutachtet werden.

Bei den Präparaten unterscheidet man zwischen Schnellschnitt, Eilschnitt, normaler Histologie, Abstrichen und Mikrobiologie.


Schnellschnitt

Dieses Präparat muss sofort, unverzüglich nach dem OK des Operateurs an die Pathologie weitergegeben werden. Dabei muss man darauf achten, dass das Präparat vor dem Austrocknen geschützt wird – hierfür sollte man z.B.
Ringer oder Kochsalz verwenden. Jedoch nicht zu viel! Das Gewebe darf lediglich mit den eben genannten Flüssigkeiten benetzt sein.

Von Formalin ist an dieser Stelle abzuraten. Es führt dazu, dass das Präparat fixiert und gehärtet wird und nicht im originalen Zustand verbleibt. Das Pathologische Institut sollte binnen einer Stunde eine Rückmeldung zu dem jeweiligen Schnellschnitt geben.

Eilschnitt

Ein Eilschnitt ist zunächst so zu behandeln wie ein ganz normales Präparat.
Das bedeutet, dass das Gewebe mit Formalin behandelt wird. Es muss jedoch so bald wie möglich zur Untersuchung in die Pathologie gebracht
werden. Wenn man so will ist ein Eilschnitt also ein Schnellschnitt, nur dass dieser eben fixiert werden darf.

Normale Histologie/ Präparate

Die normale histologische Untersuchung wird immer mit Formalin fixiert. Dabei unterscheidet man jedoch, ob man mit einer 5-prozentigen oder 10-prozentigen Lösung fixiert. Bei uns verwenden beispielsweise alle Fachbereiche, bis auf die Neurochirurgie, 5% Formalin. Weiteres zum Formalin könnt Ihr weiter unten erfahren.

Das Präparat wird hierbei, sobald der sterile Dienst Zeit hat, an den Springer abgegeben und in ein passendes Gefäß mit der eben erwähnten Flüssigkeit gegeben. Je nach Präparat wird dieses jedoch vorher noch vom unsterilen Dienst eröffnet. So ist dies beispielsweise der Fall bei einer Darmoperation oder bei der Entfernung der Gallenblase.

Bei der einer Cholezystektomie “CHE” (Gallenblasenentfernung) wird das Präparat deshalb aufgeschnitten, um zu sehen ob und wie viele Steine vorhanden sind. Diese bekommt der Patient ausgehändigt, es sei denn er möchte sie nicht haben. Grundsätzlich ist nämlich alles, was nicht zur histologischen Sicherung geht Patienteneigentum!

Desweiteren werden im OP auch andere Proben entnommen:

Photo by Louis Reed on Unsplash
Photo by Louis Reed on Unsplash


Mikrobiologische Präparate

Als Mirkobiologie wird Gewebe, aber auch Flüssigkeiten und Sekrete eingeschickt. Hierbei wird jedoch nicht überprüft, ob es sich bei den Proben um Tumorgewebe handelt, sondern ob beispielsweise Keime nachweisbar sind. Die Proben werden in kleine Gefäße oder Röhrchen gegeben und dann meist während oder am Ende des Arbeitstages ins Labor zur Untersuchung geschickt.

Wird Gewebe entnommen, so muss dies durch die Zugabe von Ringer- oder Kochsalzlösung vor dem Austrocknen geschützt werden. Bei nahezu jeder Revisionsoperation werden solche Proben entnommen – beispielsweise wenn der Patient eine Hüftprothese hat und diese aufgrund eines Infektes entfernt werden muss.

Da bei solchen Operationen gerne mehrere Präparate entnommen werden, ist es ratsam, sich ein System zu überlegen wie man sie nicht verwechseln kann. Dies kann beispielsweise durch eine Durchnummerierung mithilfe eines sterilen Stiftes erfolgen, oder aber durch die Verwendung von mehreren Kompressen die man sich der Reihe nach hinlegt. In der Regel sollte sowieso für jede Probe eine neue Kompresse verwendet werden, um eine Verfälschung zu vermeiden.

Abstriche

Abstriche werden ebenfalls wie die Mikrobiologie (=Mibi) behandelt. Das heißt sie werden ebenfalls überwiegend bei Revisionsoperationen entnommen, wobei es heutzutage mehr Mibis als Abstriche sind. Ein Abstrich besteht aus einem Wattestäbchen und einem dünnen Röhrchen, welches bereits mit einer Flüssigkeit gefüllt ist.

Wichtig ist, dass Ihr keinesfalls den Teil mit dem Handschuh oder sonst irgendetwas berührt, welches ins Röhrchen kommt. Der Abstrich wird also aus der Verpackung genommen, direkt in das jeweilige Gebiet gestrichen und kommt dann unverzüglich in das Röhrchen.

Jede weitere Art von Berührung des Stäbchens führt zu einer Kontamination und damit zur Verfälschung des Ergebnisses.

Abstrichröhrchen
Dies ist ein sogenannter Abstrich. Wie Ihr sehen könnt, befindet sich in der sterilen Verpackung ein Röhrchen und ein “Wattestäbchen”. Dieses Stäbchen muss aus der Verpackung mit einer Klemme entnommen werden und direkt in das jeweilige Gebiet streichen. Im Anschluss wird das Stäbchen in das beigefügte Röhrchen gegeben.

Umgang mit Präparaten

Wie eben bereits erklärt, ist es wichtig direkt zu klären, um welche Art Präparat es sich handelt. Desweiteren ist die Beschriftung von großer Bedeutung. Gibt es mehrere Präparate, so ist es wichtig zu klären was was ist. Gerade bei einer Lymphknotenentfernung gibt es beispielsweise direkt viele Präparate. Der jeweilige Chirurg kann sich nicht immer bei einer längeren Operation merken was er wann und wo entfernt hat.

Daher seid Ihr an dieser Stelle als eine Art “Sekretär/in” gefragt. Aber die Präparate sollten sowieso auch in Eurer Dokumentation festgehalten werden. Wie heißt es immer so schön? Doppelt hält besser! Wir hatten beispielsweise schonmal den Fall, dass auf den Überweisungen oder den Scheinen für die Pathologie die Präparate und deren Anzahl falsch beschriftet waren. Durch Eure Dokumentation kann man dann besser nachvollziehen wo beispielsweise der Fehler unterlaufen ist.

Mikroskop Photo by Michael Longmire on Unsplash
Photo by Michael Longmire on Unsplash


Fixation der Präparate

Weiter oben habe ich schon mehrfach den Begriff “Formalin” und “fixieren” verwendet. Doch was hat es genau damit auf sich?
Grundsätzlich werden die Präparate fixiert, damit man sie besser untersuchen kann. Das Ziel der Fixation ist demnach das Bewahren eines natürlichen Zustandes der Zellen und des Gewebes. Man kann die Präparate auf unterschiedliche Art fixieren, beispielsweise mit Alkohol oder durch Einfrieren.

Formalinfixation

Formalin, unter anderem auch bekannt als Formaldehyd, Formol oder Methanal, ist eines der gebräuchlichsten Fixationsmittel. Es verhindert die Autolyse (Selbstauflösung abgestorbener Körperzellen) und Fäulnis. Ein weiterer Vorteil ist das rasche und gleichmäßige Eindringen ins Gewebe. So können die Präparate in allen Größen in toto (also komplett) fixiert werden und in dieser Lösung für eine gewisse Zeit verweilen.

Im Anschluss an die Fixation mit Formalin können die meisten gebräuchlichen Imprägnations- und Färbemethoden zur histologischen weiterbearbeitung durchgeführt werden.

Wenn man Formalin ohne jegliche Schutzmaßnahmen verwendet, kann dies jedoch eine Schädigung der Nasenschleimhaut oder eine Dermatitis (also entzündliche Hautreaktion) verursachen. Daher bei der Verwendung stets Handschuhe tragen, sich den Dämpfen der Lösung so kurz wie möglich aussetzen und einen Mundschutz tragen. Die Fixation mit Formalin muss auf dem Gefäß mit dem Präparat gekennzeichnet werden!

Gefriermethode

Durch die Verwendung von flüssigem Stickstoff kann nur wenig Material schockgefroren werden. Dafür wird das zu fixierden Präparat würfelförmig zerkleinert. Nur so kann das Gewebe gleichzeitig gefroren werden.

Ich denke das sollte erst mal zum Thema Präparate im OP und deren Umgang reichen. Falls Ihr dennoch irgendwelche offenen Fragen haben solltet, könnt Ihr diese selbstverständlich jederzeit stellen.

Habt einen schönen Abend!

Eure franzi

Das erste Mal im OP – meine Tipps

OP-Hauben franzis-Blogstory.schreibnacht.de

Hallo Ihr Lieben!

Da ich in letzter Zeit häufiger die Frage gestellt bekomme, wie man sich am besten auf das erste Mal im OP vorbereiten kann, möchte ich diese nun für alle hier beantworten.

Ihr habt die Zusage für ein Praktikum im OP erhalten? Beginnt gerade die Ausbildung zur OTA? Ihr seid ein Medizinstudent, der jetzt kurz vor seinem ersten Einsatz im OP steht? Hier findet Ihr jetzt meinen Guide für Eure erste OP-Erfahrung!

Morgens

Bevor Ihr zum ersten Mal den OP-Trakt betretet, sorgt dafür, dass Ihr morgens gut gefrühstückt habt und nicht mit leerem Magen erscheint. Aber Achtung! Zu viel / zu gut gefrühstückt ist auch nicht sonderlich ratsam! Denn dann wird Euch eher schlecht.

Trinkt nicht unbedingt Tee oder Kaffee vor Eurem ersten Einsatz, denn dieser entwässert und führt gerne auch dazu, dass Ihr häufiger als gewünscht das Stille Örtchen aufsuchen müsst.

In einem älteren Post gebe ich Euch Vorschläge zum Essen im Schichtdienst – also auch Frühstück, Mittagessen oder auch Snacks. Ihr könnt Euch also gerne etwas inspirieren lassen. Ich denke so wisst Ihr vielleicht auch eher, was Ihr bei Eurem ersten Einsatz im OP zu Euch nehmen könnt. Später könnt Ihr ja immer noch den richtigen Weg für Euch finden.

Beim ersten Mal im OP müsst Ihr ausprobieren welche Hauben für Euch geeignet sind.
Verschiedene OP Hauben – probiert einfach mal aus welche für Euch am besten geeignet ist!

Im OP

Wenn Ihr nun während Eures Praktikums oder der ersten Tage in der Ausbildung im OP-Trakt seid, solltet Ihr Euch unbedingt zunächst an eine Person dran hängen. In der Ausbildung sollte dies eigentlich der Praxisanleiter sein. Ansonsten werdet Ihr aber in der Regel auch einer OP-Pflegekraft zugeteilt. Bei den Medizinstudenten unter Euch sollte dies der Arzt sein, der Euch mit in den OP genommen hat. Also entweder der Oberarzt oder der Assistenzarzt.

Ich selbst wurde in meinem Praktikum damals von Medizinstudenten mit in den OP genommen. Mussten diese dann als Assistenz mit an den Tisch, habe ich das gemacht, was der Springer mir gesagt hat. Oder der Anästhesist wenn ich mich mal auf dessen Seite befunden habe.

Grundsätzlich gilt im OP: Was die OTA oder der OP-Pfleger sagt ist Gesetz!

Wir waren alle irgendwann zum ersten Mal im OP. Daher wissen wir auch, wie Ihr Euch fühlt. Die meisten von uns sind auch sehr freundlich und erklären gerne und auch viel. Was Ihr jedoch keinesfalls machen solltet als OP-Frischling: Diskutieren!

Wenn Euch beispielsweise gesagt wird, dass der Mundschutz oder die Mütze falsch sitzen, dann akzeptiert dies und versucht Euch nicht zu erklären oder eben zu diskutieren. Das sehen wir nämlich überhaupt nicht gerne. Somit wären wir auch schon bei den:

Verhaltensregeln im OP

Verhaltet Euch ruhig. Selbstverständlich dürft Ihr Fragen stellen, aber keine Privatgespräche führen und schon gar nicht mit dem Handy rumspielen. Ihr wollt schließlich etwas lernen.

Mund- und Nasenschutz gehören, wie der Name schon sagt, über den Mund und die Nase – also nicht darunter.

Die OP-Haube muss alle Haare komplett bedecken. Das heißt, wenn Ihr einen Bart habt, müsst Ihr eine entsprechende Mütze anziehen. Frauen mit langen Haaren müssen eventuell eine zweite Haube anziehen.

Schmuck, Nagellack und generell künstliche Nägel haben im OP nichts zu suchen. Selbst wenn Ihr es von den Ärzten so vorgelebt bekommt: Eine Uhr, ein Ring etc. hat beim Betreten des OP-Traktes nicht an Eurer Hand zu sein. Schließt die Wertsachen am besten in den Spind.

Haltet genug Abstand zum sterilen Bereich – also mindestens einen Meter. Wenn die OP-Pflege Euch sagt, dass Ihr zu nah seid, dann seid Ihr es auch. Also schön einen Schritt zurückbleiben. Guckt genau hin bevor Ihr eine Bewegung macht um nichts unsteril zu machen. Seid Ihr doch irgendwo dran gekommen, wo Ihr nicht hättet dran kommen dürfen? Dann sagt unbedingt Bescheid!

Achtet auch darauf, dass Ihr nicht im Weg steht. Fragt daher einfach direkt am Anfang nach wo Ihr Euch am besten hinstellen sollt. In der Regel sagt man Euch aber auch “stell dich hier in die Ecke” oder ähnliches.

Wenn Euch schlecht werden sollte, was absolut normal beim ersten Mal im OP ist, dann sagt Bescheid. Denn so kann man Euch schon versorgen ehe Ihr umgekippt seid. Wir verstehen das am besten und es ist wirklich nicht schlimm!

Bei Kontamination – also wenn Ihr beispielsweise stark schwitzen solltet oder aber etwas bei der Operation abbekommen habt, sind die OP-Kleidung sowie Mundschutz und Haube zu wechseln. An dieser Stelle möchte ich Euch auch die 5 Regeln der Händedesinfektion ans Herz legen. Wenn Ihr diese noch nicht kennen solltet, dann fragt einfach beim OP-Personal nach, ob und wann Ihr Euch die Hände desinfizieren sollt. Grundsätzlich – lieber ein Mal zu viel die Hände desinfiziert als ein Mal zu wenig und dadurch möglicherweise einen Keim mit nach Hause genommen.

Mit eine der wichtigsten Verhaltensregeln im OP ist jedoch das Wahren der Privatsphäre des Patienten. Wenn Ihr also mitbekommt, dass der Patient beispielsweise unnötig komplett entblößt auf dem Tisch liegt, dann gebt dem Saalpersonal Bescheid oder aber deckt diesen selbst zu (z.B. am OP-Ende).

Ich in meinem OP-Outfit.


Erste Aufgaben im OP

Ihr wollt im OP auch mit anpacken? Dann fragt das Saal-Personal ob/wie/was Ihr schon machen könnt. Meistens bekommt Ihr direkt Anweisungen wo Ihr Euch hinzustellen habt und dass Ihr Euch eben am besten ruhig verhalten sollt. Wenn Ihr jedoch Interesse zeigt, dann kann man Euch auch schon kleine Aufgaben geben.

Bei Medizinstudenten wäre dies beispielsweise die Hilfe bei der Lagerung des Patienten und im Anschluss die Assistenz bei der Operation. Beispielsweise das Halten von Haken.

Als Praktikant oder Ausbildungsanfänger wird dies ebenfalls die Hilfe beim Lagern sein. Es kann aber auch sein, dass man Euch zeigt wie Ihr beispielsweise eine Naht steril anreicht und später eben auch andere Materialien. Wenn Ihr dies noch nicht direkt könnt, ist das gar nicht schlimm. Es klingt wirklich sehr banal. Aber auch hier muss man eben einiges beachten, damit man den Inhalt nicht direkt unsteril macht.

Das sind die wichtigsten Regeln, die Ihr bei Eurer ersten Erfahrung im OP beachten solltet. Falls etwas unklar formuliert sein sollte oder Ihr immer noch offene Fragen habt, dann könnt Ihr mir diese selbstverständlich wie immer stellen.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend und einen schönen Start in die neue Woche!

Eure franzi 🙂


Ausbildung zur OTA – meine Buchempfehlung

Hallo Ihr Lieben und herzlich willkommen im Jahr 2019!

Um gut durch die Ausbildung zu kommen braucht Ihr nicht nur gute Dozenten in der Schule, oder Praxisanleiter in der Klinik, sondern auch hilfreiche Bücher. Im Folgenden werde ich Euch die ein oder andere Buchempfehlung für die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz (aber sicherlich auch für andere medizinische Berufen) vorstellen.

Klinikleitfaden OP-Pflege (Urban&Fischer)

Den Klinikleitfaden solltet Ihr meiner Meinung nach unbedingt in Eurem Bücherregal stehen haben. Ich finde diesen sogar besser als das Lehrbuch, welches uns von der Schule damals zur Verfügung gestellt wurde. Die wichtigsten Inhalte sind hier kurz und knapp thematisiert und das beste an diesem Buch: Ihr könnt es mit zur Arbeit nehmen und sogar im Kasack mitnehmen. Bei dem eigentlichen Lehrbuch wäre dies doch sehr unbequem gewesen.

Der Leitfaden gibt kurze Einblicke in die Anatomie der jeweiligen Organe und die Operationsmöglichkeiten – beispielsweise beim Magen. Ihr erfahrt in diesem Buch also welche Operationen beim Magen möglich sind, wie diese ablaufen, welche Instrumente und Materialien man benötigt und ganz knapp dessen Anatomie.

Ich hatte mir dieses Buch anfangs immer von einem OP-Pfleger an meiner Klinik ausgeliehen und obwohl das Buch schon recht alt war, hat es ungemein geholfen. Daher hatte ich mir auch nicht das aktuellste nachgekauft. Das was mir auch zu teuer – ich hatte mich immerhin mit einigen Büchern eingedeckt wo jeweils der Neupreis schon für einen Azubi recht hoch war. Eine absolute Buchempfehlung von mir!


OP-Pflege Prüfungswissen (Springer)

Dieses Buch ist für die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz ein absolutes MUSS! Ich habe hiermit fast ausschließlich für die Prüfungen gelernt, weil es einfach von allen Fachbereichen, auch bei den Grundlagen, das Wichtigste beinhaltet. Das ganze Buch ist voller Prüfungsaufgaben, von Nadelkunde über Springertätigkeiten bis hin zur Anatomie, Chirurgie, Pathologie der einzelnen Fachabteilungen. Lösungen sind natürlich auch enthalten 😉

Achtung! Nur dieses Buch für die Prüfungen zum Lernen zu verwenden ist nicht ausreichend! Es deckt einfach nicht alles was Ihr wissen müsst ab und kennt natürlich nicht die Besonderheiten an Eurer Klinik.





Chirurgie fast – der 15h Crashkurs (Börm Bruckmeier Verlag)

Dieses Buch ist für mich perfekt gewesen um auch während des Arbeitsalltages neben den Operationen nachzulesen, weshalb wir den Patienten bei diesem Krankheitsbild operieren. Es gibt auch ab und zu einen kurzen Einblick in die Anatomie. Die jeweiligen OP-Schritte werden hierbei jedoch nicht erklärt. Lediglich wie die Erkrankung, die Symptome/Klinik und die Therapiemöglichkeiten aussehen wird hier erklärt.

Natürlich möchte ich Euch auch in diesem Jahr einiges aus meiner Berufswelt erzählen und so dem ein oder anderen auch bei der Ausbildung helfen. Denn auch 2019 ist der Personalmangel ein großes Thema. Bedingt dadurch, kommt es leider zu einer schlechteren Ausbildung und zum “Learning-by-Doing”. Ich selbst habe dies am eigenen Leib erlebt und möchte den derzeitigen und zukünftigen Schülern mit meinem Blog die Ausbildung wenigstens etwas angenehmer gestalten.

Prinzipiell kann man also sagen, dass dieses Buch in Kombination mit dem Klinikleitfaden OP-Pflege und dem Buch „Anatomie fast“, welches ich Euch im Anschluss vorstellen werde, Euch während des Arbeitsalltages ideal über die jeweiligen Maßnahmen bei den Patienten aufklärt.



Anatomie fast (Börm Bruckmeier Verlag)

Wie ich eben bereits angeschnitten habe, ist dieses Buch ebenfalls ideal um es während der Arbeit mit dabei zu haben und darin zu blättern. Ich finde jedoch, dass die Anatomie in diesem Buch für unseren Beruf jedoch zu genau und detailliert ist. Für unseren Beruf müssen wir nicht ganz so viel wissen 😉

Aber für diejenigen, die sich sehr für die Anatomie interessieren und gerne jederzeit etwas darüber lernen/ lesen möchten, ist dieses Buch auch gut geeignet. Dadurch, dass es so klein und handlich ist, passt es auch in die ein oder andere Handtasche und nimmt nicht viel Platz weg.




Klinikleitfaden Chirurgie (Gustav Fischer)

Dieser Klinikleitfaden ist für mich die ideale Ergänzung zum OP-Pflege Leitfaden. Wenn man also so will, kann man sagen, dass diese beiden Bücher und das „Anatomie fast“ Buch durchaus ausreichend sind. Die Krankheitsbilder werden hier genauer erklärt, sowie rechtliche Aspekte. Ihr bekommt aber auch einen Einblick in die chirurgischen Arbeitstechniken – beispielsweise in Form von Verbänden oder der Diagnostik.

Grundsätzlich ist auch dieses Buch für unseren Beruf etwas zu speziell und eher für die ärztlichen Kollegen geeignet. Aber ich finde man kann nie zu viel Wissen – auch wenn man nicht studiert hat, kann man sich dieses wissen dennoch aneignen und auch manchmal den Ärzten somit helfen. Bei intraoperativen Röntgenbildern fragen die Ärzte zum Beispiel häufig auch nach unserer Meinung.



Prüfungswissen in Frage und Antwort – Biologie, Anatomie, Physiologie (Lauverlag)

Ihr wollt für die Anatomieprüfung lernen? Dann solltet Ihr dieses Buch unbedingt kaufen. Von der Schule aus hatten wir von dieser Reihe aus das Anatomie Buch und das passende Arbeitsheft. Leider haben wir mit beiden im Unterricht kaum gearbeitet – um ehrlich zu sein hatten wir hierbei auch etwas Pech. Gute Anatomielehrer sind nämlich eine Rarität!

Das Buch bereitet Euch durch die ganzen Aufgaben perfekt auf die Prüfungen vor. Die Lösungen von den Testaufgaben zu den jeweiligen Bereichen stehen selbstverständlich ebenfalls drinnen.

Wenn Ihr sowieso von der Schule aus das Anatomie Buch und Arbeitsheft zur Verfügung habt, dann sollte eine Prüfung dank „Prüfungswissen in Frage und Antwort“ ohne Probleme bestanden werden.


Chirurgie Basics (Urban & Fischer)

Mit diesem Buch habe ich auch viel für meine Prüfungen gelernt. Es war das erste Buch, welches ich mir für die Ausbildung gekauft habe – kurz bevor ich mit dieser begonnen habe. Es hat mir zu Beginn direkt einen groben Einblick in die Materie gegeben. Operationsverfahren, Krankheitsbilder und die Anatomie werden hier kurz veranschaulicht.

Dadurch dass es, nicht wie die ganzen anderen Bücher, etwas größer ist, sind auch mehrere und vor allem qualitativ hochwertigere Bilder enthalten. Ein reales Bild macht es einem eben doch einfacher etwas zu verstehen. Sei es ein Röntgenbild, oder beispielsweise das einer Erkrankung. Auch die Grafiken und Zeichnungen sind sehr hilfreich!

Dieses Buch ist jedoch auch eher für angehende Mediziner geeignet, auch wenn es nur die Basics sind.

Konkrete Buchempfehlung

Meine erste Buchempfehlung ist für mich hier definitiv „OP-Pflege Prüfungswissen“. Einfach weil ich hiermit wirklich am meisten für die Prüfungen gelernt habe und weil die Lehrer dieses Buch auch gerne als Inspiration heranziehen. Wie ich weiter oben bereits geschrieben habe, enthält es aus den wichtigsten prüfungsrelevanten Bereichen Aufgaben.

Direkt im Anschluss kommt das nächste Prüfungs-Buch: „Prüfungswissen in Frage und Antwort“. Ideal ist es natürlich, wie bereits erwähnt, wenn Ihr auch das Lehrbuch und Arbeitsheft hiervon von der Schule aus vorgegeben habt. Man kann sich dank diesem Buch perfekt kleine Anatomietests erstellen und so das gelernte festigen oder aber sein Lampenfieber vor den Prüfungen bekämpfen.

Platz drei meiner Buchempfehlung teilen sich die beiden Klinikleitfaden, da sie einfach handlich sind und man sie überall mithin nehmen kann. Also ideal um zwischendurch zu lernen. Außerdem bauen die Bücher perfekt aufeinander auf. In jedem dieser Exemplare wird ein Thema ganz genau erklärt, die anderen jedoch kurz angeschnitten.

Als Beispiel nehmen wir hier wieder den Magen: bei der Chirurgie wird die Anatomie erklärt, sowie diagnostische Methoden um das jeweilige Krankheitsbild, eine Magenausgangsstenose, feststellen zu können. Die Therapie wird hierbei auch kurz erklärt. Genauere Details der OP, sowie benötigte Instrumente und Materialien werden dann im OP-Pflege Leitfaden erklärt.

Die beiden Taschenbücher „Chirurgie fast“ und „Anatomie fast“ besetzen für mich Platz 4. Sie sind vor allem jetzt für mich im Arbeitsalltag noch äußerst hilfreich um das ein oder andere besser zu verstehen. Ich muss nämlich gestehen, dass ich in der Ausbildung „Bulimie-Lernen“ exzessiv betrieben habe. Daher begleiten mich diese beiden Bücher vor allem jetzt im Arbeitsalltag viel, denn den Ablauf der Operationen und die benötigten Materialien kenne ich ja jetzt sehr gut.

Ich denke Ihr kommt auch gut durch die Prüfung ohne das Buch „Chirurgie Basics“, daher steht dieses bei mir an letzter Stelle. Auch wenn ich selbst sehr viel hiermit gelernt habe.

Natürlich habe ich noch einige medizinische Bücher mehr und es gibt auch noch einige, die ich selbst nicht besitze, weil ich sie einfach nicht vermisse oder vermisst habe. Ich habe Euch hier einfach nur die Bücher vorgestellt, die mir besonders bei den Prüfungen geholfen haben.

Ich hoffe dieser kleine Einblick ist für Euch hilfreich und Ihr kommt mit Hilfe dieser Bücher, sofern Ihr sie denn auch besitzen möchtet, gut durch die Ausbildung. Habt Ihr auch noch die ein oder andere Buchempfehlung? Dann teilt sie mir doch gerne in den Kommenatren mit!






Dies ist übrigens eine unbezahlte Werbung! Leider muss man ja jetzt alles als Werbung kennzeichnen. Ich habe mir alle Bücher selbst gekauft und werde natürlich nicht dafür bezahlt diese hier auf meinem Blog vorzustellen. Es sind einfach nur meine eigenen Erfahrungen und meine Buchempfehlung an Euch.


In diesem Sinne entlasse ich Euch in den Abend und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Eure  franzi

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Ich, Patricia Bellasie (Wohnort: Deutschland), verarbeite zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in meiner Datenschutzerklärung.
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