Das Vorstellungsgespräch – Bewerbung um einen OTA Ausbildungsplatz

Hallo Ihr Lieben!

Da ich immer noch viele Fragen zur Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zur Operationstechnischen Assistenz erhalte, möchte ich diese nun nach meinen Erfahrungen hier beantworten. Hierbei nehme ich besonderen Bezug auf das Vorstellungsgespräch.

Bewerbungsverfahren:

Viele Kliniken und Schulen bieten die Möglichkeit, sich online zu bewerben. Das bedeutet, dass Ihr Eure ganzen Bewerbungsunterlagen einfach als PDF speichert und diese dann bei den jeweiligen Kliniken online hochladet – oder sie direkt per Email zusendet.
Eure Unterlagen in der Bewerbung sollten selbstverständlich die geforderten Dokumente enthalten. Diese sind in der Regel Euer Anschreiben, der vollständige Lebenslauf, das letzte Zeugnis, Praktikanachweise, ggf. Polizeiliches Führungszeugnis und/oder allgemeinärztliches Attest zur Bestätigung der Berufsausübung.

Wenn Ihr Euch in Euren Unterlagen gut “verkauft” habt, werdet Ihr innerhalb der nächsten Wochen sehr wahrscheinlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Dies ist beispielsweise ein Auszug meiner Unterlagen gewesen, mit denen ich mich für die Ausbildung und auf die Gespräche vorbereitet habe.


Vorstellungsgespräch:

Wie bereite ich mich am besten auf ein Bewerbungsgespräch vor?
Nun, Ihr solltet Euch selbstverständlich ausführlich über den Beruf der OTA informiert haben. Wenn Ihr beispielsweise kein Blut sehen könnt, seid Ihr hier sicher fehl am Platz. Ihr solltet auch über den jeweiligen potentiellen Arbeitgeber recherchieren, damit Ihr genau wisst, worauf Ihr Euch einlasst. Manche Kliniken sind beispielsweise von religiösen Trägern, und wenn diese fordern, dass man christlich getauft ist, Ihr es aber nicht seid, wäre dies unvorteilhaft.

Da Ihr Euch hierbei nicht auf eine Stelle als Bankkauffrau oder ähnliches bewerbt, solltet Ihr bei Eurer Kleidung auch nicht zu sehr übertreiben. Als Mann reicht ein ordentliches Hemd, eventuell noch ein Jacket und eine Jeans ohne Risse (egal wie modsich diese gerade sein mögen)  vollkommen aus. Für die weiblichen Bewerber gilt: chic aber dennoch leger. Das heißt, der Rock sollte beispielsweise nicht zu kurz sein, eine schöne Bluse mit Blazer und eine schlichte Chino oder ein nicht all zu auffälliges Kleid.

Dieses Outfit wäre beispielsweise sehr unpassend!
(copyright by franzis-blogstory.schreibnacht.de)

Am besten habt Ihr am Tag des Vorstellungsgespräch Eure ganze Bewerbungsmappe mit dabei – und habt Euch auch mögliche Fragen des Arbeitgebers notiert. Und Ihr solltet Euch auch aufschreiben, welche Fragen Ihr selbst zu Stelle und Ausbildung noch habt: Im Eifer des Gefechts wird das gerne mal vergessen. Schreibutensilien solltet Ihr auch mit haben.

Wenn Ihr nun zu Eurem Vorstellungsgespräch geht, werdet Ihr meist schon von anderen Bewerbern in einer Art Wartezimmer begrüßt. Bei manchen Kliniken und Schulen ist es so, dass Ihr vor dem eigentlichen Gespräch noch einen Zettel mit der einen oder anderen Frage bekommt und diese dann beantworten müsst.


Fragen im Vorstellungsgespräch

Mögliche Fragen, die im Vorstellungsgespräch kommen könnten, sind:

– Wer sind Sie? Erzählen Sie etwas von sich!
– Weshalb haben Sie sich zur OTA beworben?
– Warum OTA und nicht Krankenpflege?
– Wie sind sie auf diesen Beruf gekommen?
– Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?
– Was sind Ihre Stärken/Schwächen?
– Beschreiben Sie sich in 3 Worten!
– Warum sollten wir Sie einstellen?
– Was motiviert Sie zur Ausübung dieses Berufes?
– Warum sind Ihre Noten in Fach XY nicht so gut?
– Was bedeutet unsteriler bzw. steriler Dienst?
– Sie haben Abitur, warum eine Ausbildung und kein Studium?
– Was ist ein Springer?
– Was bedeutet DKG?
– Welche Beweggründe hatten Sie für den Abbruch Ihrer letzten Ausbildung?
– Was bedeutet WHO?
– Was stellen Sie sich genau unter dem Beruf OTA vor?
– Warum haben Sie sich nach Ihrer letzten Ausbildung anders orientiert und diesen Beruf gewählt?
– Was sind Ihre Erwartungen an diese Ausbildung?

– Haben Sie noch Fragen an uns?
An dieser Stelle solltet Ihr Euch sinnvolle Fragen überlegt haben, wie z.B. zur Aussicht auf Übernahme nach der Ausbildung. Sicherlich kann man das Gehalt auch ansprechen, allerdings ist dies in einer Ausbildung klar geregelt. Bewerbt Ihr Euch für den Beruf zur OTA an einer Klinik, wird die Vergütung an die der Ausbildung zur Krankenpflege angelehnt. Bewerbt Ihr Euch hingegen an einer Schule, wo Ihr beispielsweise auch noch ein Aufnahmeentgelt zahlen müsst, dürfte klar sein, dass Ihr kein Gehalt bekommt.

Überhaupt keine Fragen zu stellen, hat in einem Vorstellungsgespräch auch eher eine negative Wirkung. Daher würde ich Euch empfehlen, wenigstens ein oder zwei Fragen präsent zu haben – und diese sollten möglichst nicht durch eine einfache eigene Recherche bereits zu beantworten sein (z.B. welche Abteilungen hat Ihre Klinik – dies ist eher kontraproduktiv).

Dies ist eine Variante für ein Bewerbungs-Outfit. Achtung das Bild ist direkt nach der Arbeit entstanden und dementsprechend #nomakeup 😛


Assessment Center:

Im Rahmen der ein oder anderen Bewerbung durfte ich zweimal an einem Assessment Center teilnehmen. Diese waren beide sehr ähnlich aufgebaut und fanden jeweils an einem Tag statt. Bei beiden war man zusammen mit ca. 10-15 anderen Bewerbern in einem Raum, wo man sich zunächst selbst nacheinander vorgestellt hat.

Nach dieser kleinen Vorstellungsrunde gab es dann einen Test, der zum Teil auch Multiple Choice enthielt – nicht alle Fragen bezogen sich auf die Ausbildung oder die Medizin. Man musste aber beispielsweise konkrete Aufgaben lösen, bspw. wie man eine 0,9% physiologische Kochsalzlösung herstellt – sprich wie viel Gramm Salz auf wie viel Wasser kommen: Die gute alte Dreisatzrechnung, wie mein Vater immer sagt.

Nach diesen kleinen Tests kommt meist eine Pause, danach gibt es eine Gruppenübung, die dann mit einem Streitgespräch oder einer Diskussionsrunde, z.B. zum Thema “Bluttransfusion im Notfall bei Menschen, die dies aus religiösen Gründen ablehnen”, abschließt. Im Anschluss wird noch ein Einzelgespräch mit Euch geführt.

Bei einem der Assessment Center hatte ich im Anschluss bereits eine mündliche Zusage erhalten. Meist erhaltet Ihr aber erst einige Zeit später eine Nachricht, ob Ihr direkt eingestellt werdet, in der nächsten Runde seid – oder leider doch eine Absage erhaltet.

Dies ist alles, was mir zu diesem Thema aktuell einfällt. Falls dennoch Fragen bei Euch offen bleiben sollten, könnt Ihr mir diese sehr gerne in den Kommentaren stellen!
Ansonsten wünsche ich Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Liebe Grüße, Eure franzi 🙂

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Ausbildung zur OTA – Lernbereiche und Unterrichtsfächer

Hallo Ihr Lieben!
Nachdem ich in meinen letzten Posts über meinen Urlaub in London ausgiebig berichtet habe, möchte ich mich nun, wie versprochen, wieder mit dem Hauptthema meines Blogs zurückmelden.
Da ich Euch zuletzt über meine Erfahrungen im Arbeitsalltag während der drei Lehrjahre berichtet habe, werde ich heute an dieser Stelle mit der Theorie hier anknüpfen.
Die Unterrichtsfächer sind in dieser Ausbildung in vier Lernbereiche gegliedert:
I. Kernaufgaben der OTA
II. Spezielle Aufgaben der OTA
III. Ausbildungs- und Berufssituationen
IV. Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen

 

Mein Zeugnis nach dem ersten Ausbildungsjahr (copyright by franzis-blogstory.schreibnacht.de)

Gerade mit dieser Aufteilung habe ich mich anfangs schlecht anfreunden können, da man es von der Schule her gewohnt ist, in mehreren Fächern und nicht nach Lernbereichen bewertet zu werden. Auch das Sortieren meiner Unterlagen nach diesen Kategorien fiel mir nicht leicht, da man während der drei Jahre aus allen Bereichen immer wieder neue Inhalte nähergebracht bekommt. Auf Eurem Abschlusszeugnis werden aber letztendlich nur Eure Noten für die schriftliche, praktische und mündliche Prüfung und der sich aus allen erbrachten Leistungen ergebene Durchschnitt vermerkt.

Wir hatten aber auch “normale” Fächer wie beispielsweise Deutsch, Englisch (hier allerdings mehr auf die Medizin bezogen), Ethik und Chemie. Im Stundenplan und auch im Unterricht waren unsere Fächer allerdings nicht als Lernbereich X, Kategorie Y vermerkt, sondern eben als Anatomie, Pathologie, Chirurgie, medizinische Fachsprache,Strahlenschutz, Hygiene, Erste Hilfe und einige weitere Fächer.

 

Welche Inhalte werden in den Fächern und Lernbereichen vermittelt?

Bei Anatomie muss ich ja eigentlich nicht genauer drauf eingehen, denn das  sollte jedem, der diesen Beruf ausüben will, selbst klar und deutlich vor Augen liegen. In den ersten Wochen beginnt Ihr noch einmal kurz mit der Zelle und widmet Euch dann den größeren Bereichen unseres Körpers. Ob Ihr von dort an mit den Muskeln weitermacht oder Euch doch chronologisch von oben nach unten durch den ganzen Magen-Darm-Trakt arbeitet, später noch mal genauer auf die einzelnen Extremitäten, Knochen, Gehirn oder auch das Urogenitalsystem arbeitet, ist sicherlich von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich.

Bei uns war der Anatomieunterricht leider zu Beginn etwas unglücklich verlaufen, da wir einen Sportmediziner als Dozenten hatten, der nicht nur schwerhörig war, sondern auch einfach kein System in seinem Unterricht hatte. Gute Anatomielehrer sind eine Rarität! Später hatten wir aber das Glück, dass wir von einem sehr guten Allgemeinmediziner durch den Magen-Darm-Trakt geführt wurden und das Skelett- und Bewegungssystem ebenfalls von einem wirklich sehr kompetenten Dozenten vermittelt wurde. Vieles zu der Anatomie lernt Ihr aber auch bei den einzelnen ärztlichen Dozenten, die Euch von den Erkrankungen und deren Behandlungsmethoden vom jeweiligen Fachgebiet berichten (z.B. Gefäßchirurgie, Orthopädie, MKG-Chirurgie, Neurochirurgie etc.).

(copyright by franzis-blogstory.schreibnacht.de und instagram.com/x3franzii)

Im Fach Chirurgie lernt Ihr die wichtigsten und häufigsten Krankheitsbilder mit deren Behandlungsmöglichkeiten. Denn nicht alles muss auch gleich operiert werden, sondern kann auch konservativ behandelt werden. Aber hier lernt Ihr nur grob den operativen Ablauf, welche Materialien, Instrumente und welche Lagerung Ihr genau für die OP XY benötigt, lernt Ihr meist bei Eurer Fachbereichsleitung, die Euch alles speziell zu Eurer späteren Tätigkeit im OP näher bringt.
Die Chirurgie hängt unmittelbar mit der Anatomie zusammen und es lässt
sich daher meist einfach nicht vermeiden, dass man bei diesen Bereichen
in das andere Fach abschweift.

Eure Fachbereichsleitung lehrt Euch alles rund um den Beruf “OTA” (daher haben wir das Fach auch einfach OTA genannt). Ihr lernt hier allerdings nicht nur beispielsweise wie Ihr welches Instrument nennt, sondern leider auch die trockene Theorie rund um die Medizintechnik – sprich welche Steckdose was bedeutet, was sich alles beispielsweise auf einem Endoskopieturm befindet und vieles mehr. Hier wird aber auch vieles durch genaues Zeigen und in-die-Hand-nehmen vermittelt. Zu Beginn der Ausbildung wisst Ihr ja beispielsweise nicht, wie man ein Skalpell anreicht – geschweige denn wie man eine Skalpellklinge ein- und ausspannt. Bei uns wurde hier wirklich sehr viel Rücksicht auf jeden einzelnen Schüler und seine Bedürfnisse genommen, was leider manchmal auch dazu führte, dass wir für unseren Unterrichtsstoff etwas zu lange benötigt haben 😛

 

So sah beispielsweise eines unserer Arbeitsblätter aus. Unbezahlte Werbung – Markenerkennung
(copyright by franzis-blogstory.schreibnacht.de und instagram.com/x3franzii)


Pathologie enthält ebenfalls sehr viele wichtige Themen, die Euch im späteren Arbeitsleben immer wieder begegnen werden. Beispielsweise lernt Ihr hier die genaue Bedeutung des BMI, was genau Hyper-/ Hypotonie bedeutet und ab wann diese laut Definition gelten, aber auch die TNM-Tumorklassifikationen, und viele unter anderem internistische Krankheitsbilder –  wie beispielsweise die Thrombose oder Herzinsuffizienz. In diesem Fach werdet Ihr häufiger mit Definitionen konfrontiert, die bei uns auch gerne bei Prüfungen abgefragt wurden.

Wie Ihr jetzt wahrscheinlich bereits schon gemerkt habt, überschneiden sich die einzelnen Unterrichtsfächer oftmals. Dies ist aber ganz und gar nicht zu Eurem Nachteil, sondern eher zu Eurem Vorteil. Denn je häufiger Ihr etwas während der theoretischen Ausbildung durchnehmt, desto besser prägt sich dies bei Euch ein und Ihr müsst für die Abschlussprüfung weniger lernen 😉

Welche Fächer gehören zu welchem Lernbereich?

Um es Euch im Voraus ein wenig leichter zu machen, werde ich Euch nun die Unterteilungen der Fächer in die jeweiligen Lernbereiche nennen. Allerdings ist dies natürlich auf meine Berufsschule bezogen, daher weiß ich nicht, ob es bei anderen Schulen ähnliche oder gar andere Fächer gibt.

Lernbereich I – Kernaufgaben der OTA:
– Hygiene
– Strahlenschutz
– Erste Hilfe
– OTA (Medizintechnik, Springertätigkeiten etc.)
– Pathologie (Prophylaxemaßnahmen etc.)

Lernbereich II – spezielle Aufgaben der OTA:
– Anatomie
– Chirurgie – und die einzelnen Fachbereiche der jeweiligen ärztlichen Dozenten
– Pathologie (internistische Erkrankungen etc.)
– Anästhesie
– OTA – spezielle Tätigkeiten im Beruf (Instrumentieren, OP-Abläufe etc.)
– Physik
– Chemie

Lernbereich III – Ausbildungs- und Berufssituationen:
– Kommunikation
– OTA – Grundlagen im Beruf (Umgang mit den Patienten, Aufgaben OP-Personal etc.)
– Deutsch (Arbeiten im Team)
– OTA (Berufsbild)
– Ethik

Lernbereich IV – rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen:
– Recht
– OTA (Dokumentation etc.)
– Qualitätsmanagemant
– Wirtschaftlichkeit und Ökologie

Wie Ihr hier schon seht, sind die ersten beiden Lernbereiche mit deutlich mehr Material gefüllt, weshalb diese in der Prüfung auch mehr Zeit (bei uns) in Anspruch genommen haben. Einige Fächer habe ich hier ja bereits schon kurz angeschnitten, in einem weiteren Post gehe ich aber gerne, falls gewünscht, noch mal genauer auf die jeweiligen Fächer ein.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und einen schönen Abend!

Eure franzi 🙂

OTA – Arbeiten in der Ausbildung

Hallo Ihr Lieben!
Heute möchte ich Euch von der Zeit in meiner Ausbildung berichten – sprich wie es war als Auszubildende zu arbeiten, wie ich mich dabei gefühlt habe usw.

Das erste Lehrjahr:

Das erste Lehrjahr war für mich eine große Umstellung, man ist es von der Schule her gewohnt gemütlich aufzustehen, und wenn man mal zu spät kommt, war es nicht allzu schlimm. Auch sonst hat sich der Tag recht entspannt gestaltet. Natürlich hatte man auch stressigere Tage aber im Großen und Ganzen war es doch ganz gemütlich. Mit dem Beginn meiner Ausbildung änderte sich dies schlagartig, was aber sicherlich auch für andere Lehrberufe gilt.

Einige ziehen extra für die Ausbildung um wie es zB. auch bei mir der Fall war. Also hieß es: Auf Wiedersehen Hotel Mama und Papa 🙁
In Eurer Ausbildungsklasse seid Ihr aber nicht ganz alleine mit dieser Situation, denn ca. 15-25 Klassenkameraden durchleben gerade das Gleiche. Da besonders zu Beginn schon das Verhältnis zueinander verstärkt werden soll, verbringt Ihr die ersten sechs Wochen zusammen in der Schule. So war es zumindest bei mir. In diesen sechs Wochen bereitet man Euch aber auch schon auf den Alltag im OP vor, indem man viel Theoretisches dazu vermittelt bekommt.

An Eurem ersten Tag im praktischen Einsatz werdet Ihr noch vorsichtig überall herum geführt – ähnlich wie bei einem Praktikum, welches übrigens jeder vorher absolviert haben sollte, der sich für diesen Ausbildungsberuf interessiert.
Woran Ihr Euch aber auch generell erst mal gewöhnen müsst, ist der neue Alltag. Ihr arbeitet von nun an ca. 9 Stunden (mit Pause), kommt anschließend nach Hause und müsst Euch um Euren Haushalt kümmern. Nicht zu vergessen: Natürlich müsst Ihr nebenbei auch noch für die Theorie lernen. Dies summiert sich vor allem im zweiten und dritten Ausbildungsjahr.

(copyright by franzis-blogstory.schreibnacht.de und instagram.com/x3franzii)

Natürlich packt Ihr auch schon etwas mit an, aber spätestens ab dem zweiten Tag werdet Ihr voll und ganz integriert. Bei meiner Ausbildung war es so, dass man das erste Ausbildungsjahr – während der sechswöchigen Praxisphase – komplett als Springer (also in verschiedenen Bereichen) gearbeitet hat. Gegen Ende des ersten Jahres werdet Ihr aber auch schon bei kleinen OPs mal an den Tisch gestellt wie z.B. Abszessspaltungen (yummy…).

Ich persönlich finde diese Herangehensweise gar nicht schlecht. Natürlich denkt Ihr Euch “ich will endlich mal an den Tisch und richtig mit den Ärzten mitarbeiten” aber ein Instrumentierender ist nur so gut wie sein Springer. Das bedeutet, wenn Ihr unaufmerksam seid, nicht wisst was man für eine bestimmte OP benötigt und, wo Ihr was für bestimmte potentielle Situationen heran holen könnt, ist der Instrumentierende total aufgeschmissen und kann eigentlich gar nichts machen. Das Arbeiten zwischen dem Instrumentierenden und dem Springer sollte quasi ohne Worte funktionieren können.

Meiner Meinung nach sollte man, bevor man zum ersten mal an den Tisch geht, die notwendigen anatomischen Kenntnisse für die jeweilige OP wissen, da man sonst im Prinzip gar nicht weiß was da gerade gemacht wird und man daher im Notfall auch nicht richtig reagieren kann. In der Klinik in der ich derzeit arbeite ist dies beispielsweise der Fall. Viele von unseren Schülern durften schon nach kurzer Zeit mit als Sterile arbeiten, vor allem zu Beginn des ersten Lehrjahres empfinde ich dies als zu früh. Allerdings muss man auch immer wieder von Schüler zu Schüler differenzieren, da nicht jeder den gleichen Lernstand hat aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen und Einsätze.

Das zweite Lehrjahr:

Im zweiten Lehrjahr habt Ihr nicht nur Eure erste Zwischenprüfung, die bei mir als “Springerprüfung” stattgefunden hat, sonder Ihr werdet so langsam an das Arbeiten als Sterile gewöhnt. In meiner Zwischenprüfung, ganz zu Beginn des zweiten Jahres, wollte man den ganz normalen Ablauf des unsterilen Dienstes vor, während und nach der OP beurteilen. Vor der OP bedeutet natürlich: Materialien vorbereiten, im Idealfall den Patienten in der Schleuse umbetten, Steriles öffnen und Anreichen der benötigten Materialien an Euren Instrumenteur sowie die richtige Lagerung etc.

Intraoperativ wird natürlich Eure Aufmerksamkeit geprüft und ebenfalls das sterile Arbeiten sowie die Dokumentation. Nach der OP wird dann beurteilt, ob Ihr z.B. beim Verband in der Unfallchirurgie assistiert und wie Ihr die jeweiligen Materialien entsorgt. Was Ihr in dieser Phase nie vergessen solltet und Euch auch generell einprägen müsst: Der Patient hat immer Vorrang! Sobald die Abdeckung z.B. ab ist, solltet Ihr dafür sorgen, dass dieser schnellstmöglich zugedeckt wird und die Lagerung aufgehoben wird.

Zu Beginn werdet Ihr, wenn Ihr Glück habt, immer mit einem erfahrenen Kollegen an den Instrumentiertisch gestellt und lernt so welche Instrumente Ihr genau für welche OP benötigt, wo Ihr was hinlegt – sprich wie der Standard bei Euch im Haus aussieht. Bei mir und einigen Klassenkameraden war es leider nicht so, dass wir zu dritt im Saal eingeteilt waren und sich deshalb jemand mit uns einwaschen konnte. Es war viel “learning by doing”. Dies ist natürlich keine schöne Variante und es war auch nicht immer so bei mir während der Ausbildung. Doch gerade bei den ersten neuen Operationen empfinde ich es als wichtig, dass jemand Erfahrendes im Notfall direkt eingreifen kann.

Später wenn sich die Operationen ähneln, weil es im Prinzip das Gleiche ist, nur eben wegen den verschiedenen Abteilungen anders gemacht wird – z.B. eine Wirbelsäulenstabilisierung in der Neurochirurgie oder in der Unfallchirurgie – reicht es vollkommen aus, wenn sich der erfahrene Kollege im Notfall schnell einwäscht.
Am Ende des zweiten Lehrjahres werdet Ihr natürlich auch noch mal eine Zwischenprüfung absolvieren. Dieses Mal findet diese aber zur Vorbereitung auf Euren Abschluss als schriftliche und mündliche Prüfung statt.

(copyright by franzis-blogstory.schreibnacht.de und instagram.com/x3franzii)

Das dritte und letzte Lehrjahr:

Wie Ihr merken werdet, vergeht die Zeit in der Ausbildung wie im Flug. Kaum habt Ihr mit der Ausbildung angefangen, seid Ihr auch schon für die bevorstehende Abschlussprüfung fleißig am lernen, zumindest kam es mir so vor. Ich habe mir für jeden schriftlichen Test, den ich während der drei Jahre geschrieben habe, Lernzettel gemacht, die ich mit den jeweiligen Arbeiten aufgehoben habe, um so für die Abschlussprüfung zu lernen. Dies hat es mir auch deutlich erleichtert, da ich mir z.B. nicht mehr alles neu zusammenschreiben musste. Also werft am besten nicht direkt alles weg, wenn der Test bestanden wurde 😛

Im letzten Lehrjahr solltet Ihr die Zeit nur noch als steriler Dienst am Tisch verbringen. Vor allem solltet Ihr besonders im letzten halben Jahr der Ausbildung nur noch in der Abteilung eingesetzt werden, in der Ihr letztendlich auch die Prüfung machen möchtet.
Sobald Ihr den Termin für Eure praktische Prüfung wisst und Ihr natürlich auch eine OP habt, die Ihr gerne instrumentieren würdet, solltet Ihr Euch einen Chirurgen aussuchen, mit dem Ihr Eure Prüfung absolvieren möchtet.

Der Oberarzt mit dem ich meine Abschlussprüfung hatte, war wirklich sehr engagiert. Er hat sich sofort darum gekümmert, dass an meinem Prüfungstag genug Patienten einbestellt werden bei denen meine Wunsch-OP gemacht wird. Ich hatte mir im Bereich Endoprothetik eine Hüfttotalendoprothesenoperation herausgesucht, da diese am Standardisiertesten war und ich mich dabei und auch in diesem Team sehr wohl gefühlt habe.

Achtet also bei der Wahl der Prüfungsoperation nicht nur auf die Art der OP, sondern auch mit wem Ihr diese macht. Ich konnte mir weit im Voraus eine Kollegin wünschen, mit der ich meine Prüfung absolviere und mit der ich den genauen Ablauf auch schon öfter in der jeweiligen Konstellation üben konnte. Dies gibt Euch noch eine zusätzliche Sicherheit und hilft natürlich auch die aktuelle Situation zu vergessen, sodass Ihr nicht mehr so aufgeregt und nervös seid.

Nach den Prüfungen arbeitet Ihr noch ca. 1,5 Monate, wobei viele aus meiner Klasse aber einfach den restlichen oder gar den ganzen Urlaub in dieser Zeit eingeplant haben. Am Tag Eurer Zeugnisvergabe erfahrt Ihr leider auch erst ob und wie Ihr Eure ganzen Prüfungen bestanden habt. Natürlich geben die Prüfer Euch schon Hinweise, ob es zum Bestehen gereicht hat oder nicht, denn so ganz ohne Vorahnung wollen sie einen auch nicht lassen – es wäre auch wirklich gemein wenn dem so wäre.

Das waren meine Erfahrungen grob zusammen gefasst. Wenn Ihr noch genauere Fragen habt, schreibt diese doch einfach in die Kommentare und ich werde Euch natürlich schnellstmöglich antworten 😉

Liebste Grüße!

Eure franzi 🙂

Operationstechnische Assistenz – mein Beruf

 (copyright by https://ota-franzi.de)

Hallo Ihr Lieben!

Heute kommt mal ein ganz anderer Post, und zwar möchte ich eine neue Rubrik auf meinem Blog eröffnen:
Auf meinem YouTube Kanal (jetzt franzis Stories) habe ich letztes Jahr ein Video zu meiner Ausbildung hochgeladen. Da jetzt aber immer noch viele Fragen gestellt werden und es einfach auch noch viele gibt, die meinen Beruf gar nicht kennen oder sich auch einfach nicht vorstellen können was man da macht und was man erlebt, werde ich Euch ab jetzt unter dieser Rubrik immer etwas Neues berichten oder Fragen beantworten.

(https://www.youtube.com/channel/UC0lOjYoSzf_9BPNiFuA92Aw)

Was bedeutet OTA?

Diese Abkürzung bedeutet ausgeschrieben Operationstechnische Assistenz und ist im Prinzip das Gleiche wie die OP-Schwester, aber eben nicht das Selbe 😛
Die Ausbildung einer OP-Schwester dauert mit 7 Jahren deutlich länger als meine, wir haben aber ähnliche Aufgaben wie z.B. Assistieren bei Operationen, Bereitstellen der benötigten Materialien und Geräte für Operationen, Betreuen der Patienten vor, während und zum Teil auch nach der OP.

Die Ausbildung

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist überwiegend praxisorientiert. Sie umfasst ca. 3000 Praxisstunden und 1600 Theoriestunden – unterteilt in 4 Lernbereiche.
Im Rahmen der Ausbildung bekommt Ihr Einblicke in alle Fachabteilungen, sowie Funktionsbereiche wie z.B. die Endoskopie, Zentralsterilisation oder auch die Notfallaufnahme. In diesen Abteilungen könnt Ihr – falls Ihr Euch doch gegen den OP entscheiden solltet – auch nach der Ausbildung arbeiten.

Je nachdem, wo Ihr angestellt seid – sprich ob es an einer privaten Schule oder von einer Klinik aus ist – bekommt Ihr auch ein Gehalt, das an das Gehalt der Auszubildenden für die Gesundheits- und Krankenpflege angelehnt ist. Im dritten Lehrjahr sind dies schon knapp über 1000 €.

Während der Ausbildung finden zwei Zwischenprüfungen statt – eine davon ist eine praktische Prüfung, die zweite ist eine schriftliche als Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen (zumindest war es bei mir so). Die Abschlussprüfung setzt sich aus schriftlicher, praktischer und mündlicher Prüfung zusammen, wobei alle Lernbereiche abgefragt werden.

(copyright by franzis-blogstory.schreibnacht.de und instagram.com/x3franzii)

 Voraussetzungen für die Ausbildung  Operationstechnische Assistenz

– vollendetes 17. idealerweise 18. Lebensjahr
– Realschulabschluss, Abitur oder Hauptschulabschluss mit idealerweise einer vorab erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung im medizinischen Bereich. In anderen Bereichen ist dies aber auch möglich, nur sollte die Ausbildung mindestens 2 Jahre betragen.
– gesundheitliche Eignung; hierfür benötigt Ihr als ein Attest vom Arzt
– ideal wäre es, wenn Ihr vorab ein mindestens zweiwöchiges Praktikum im OP absolviert habt; das möchten auch viele Ausbilder als Voraussetzung vorliegen haben
– viele Kliniken möchten auch ein reines polizeiliches Führungszeugnis vorliegen haben
– natürlich solltet Ihr Blut sehen können und die persönliche Distanz zwischen Beruf und Privatleben wahren können

Bewerbungsverfahren

Eure Bewerbungsmappe sollte natürlich ein Bewerbungsschreiben und einen vollständigen Lebenslauf mit Lichtbild enthalten sowie das Schulabgangszeugnis. Praktika-Nachweise wären auch von Vorteil sowie das Allgemeinärztliche Attest zur gesundheitlichen Eignung und ggf. auch ein polizeiliches Führungszeugnis; das steht aber direkt auf den Seiten der Kliniken und Schulen, wo Ihr Euch bewerben möchtet.

Im Bewerbungsgespräch werden gerne Fragen zu der Ausbildung gestellt und auch gebräuchliche Begriffe wie z.B. Springer/ Instrumentierender, steriler/ unsteriler Dienst usw. gefragt. Wenn Ihr zu einem Assessmentcenter eingeladen werden gibt es natürlich auch Multiple Choice Tests mit Fragen zu Allgemeinbildung (also auch Mathe usw.) oder Ihr führt Diskussionen oder arbeitet in einer Gruppe etwas gemeinsam aus – so soll z.B. die Teamfähigkeit geprüft werden.
Im Bewerbungsgespräch solltet Ihr Euch am besten immer Notizen machen oder gar vorab Fragen notieren – Fragen zum Gehalt sind natürlich erlaubt, aber eher unangebracht, da Ihr meist vorab schon herausfinden werdet, ob die Ausbildung vergütet wird oder nicht. Zudem könnt Ihr das Gehalt Dank des WWW leicht herausfinden 😉

Weiterbildungsmöglichkeiten

Wie in fast allen Ausbildungen könnt Ihr Euch auch als OTA später weiterbilden. So könnt Ihr z.B. eine Weiterbildung zur “CTA – ChirurgischTechnischerAssistent/in” machen, wo Ihr z.B. mehr Kontakt zum Patienten haben werdet und auch mehr ärztliche Aufgaben ausführen dürft wie z.B. im OP direkte Assistenz oder auf Station die Durchführung der Anamnese uvm.
Zur “ATA – AnästhesieTechnischerAssistent/in” könnt Ihr Euch auch weiterbilden und Aufgaben eines Anästhesiepflegers übernehmen wie z.B. Arbeiten auf Intensivstationen, Vorbereitung des Patienten für die Narkose und die dafür benötigten Materialien uvm.
-Ihr könnt nach der Ausbildung auch studieren z.B. Medizinpädagogik, Gesundheitsmanagement, -ökonomie, Bachelor of Science in Physican Assistant, diejenigen, die Abitur haben, können natürlich auch noch ein Medizinstudium dran hängen 😉
Weiteres über die Operationstechnische Assistenz, also wie das Arbeiten in und nach der Ausbildung ist, werde ich Euch in einem weiteren Post berichten. Bis dahin könnt Ihr mir auch gerne weitere Fragen stellen!

Ich wünsche Euch einen schönen Abend und für diejenigen, die sich nun das YouTube Video zu meiner Ausbildung angucken möchten, ist dieses im Anschluss eingefügt.

Liebste Grüße, Eure franzi 🙂