Das Coronavirus – was kann ich zur Verbesserung beitragen?

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Wer im Internet für medizinische Aufklärung sorgen möchte, der kommt um dieses Thema einfach nicht herum – das Coronavirus.

Vorweg: Ich möchte dieses Thema keinesfalls nutzen, um an Reichweite zu gewinnen, sondern einfach aufklären und zu einer Verbesserung und vor allem für Verständnis für die aktuelle Situation zu sorgen. Meine Quellen werden hierbei überwiegend das Robert-Koch-Institut und das Bundesgesundheitsministerium sein.

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Patient im OP – Ich werde operiert

Kein Zutritt! Nur für OP-Personal. franzis-Blogstory.schreibnacht.de

Aufbauend auf meinen Post bei Instagram möchte ich hier nun auch noch mal genauer auf die Thematik “Patient im OP – was sollte ich beachten” eingehen.

Immer wieder findet man folgende Frage: “Muss ich im OP wirklich komplett nackt sein?”, “Muss ich meinen BH/die Unterwäsche ausziehen?”, “Sehen mich auch Männer/Frauen nackt im OP?”

Nun möchte ich diese Fragen für Euch als Insider beantworten.



Ist man als Patient im OP wirklich komplett nackt?


Tatsächlich darf man als Patient im OP keine private Kleidung tragen. Also weder Socken, noch BH oder Unterhose. Komplett nackt seid Ihr jedoch nie! Auf der Station bekommt Ihr natürlich ein OP-Hemdchen an und ein luftiges Netzhöschen. Allerdings ist das Hemd meist nur für den Transport, damit man sich nicht gänzlich nackt fühlt. Nachdem Ihr aus dem Bett auf den OP-Tisch gelagert werdet, bekommt Ihr warme Decken/Tücher im Tausch für Euer Hemd.


Aber warum darf ich mein Hemd nicht anbehalten? Es ist doch von der Station und sauber?

Grundsätzlich ist alles, was nicht direkt aus dem OP stammt eine potenzielle Keimquelle. Daher müssen wir uns als Mitarbeiter auch in der Bereichskleidung einschleusen und bei Kontamination auch umziehen. In grüner Kleidung darf man auch nicht im Krankenhaus herumspazieren, falls man dies doch macht, muss man sich natürlich bei Betreten des OP-Traktes wieder umziehen (Ausnahme sind Notfallsituationen).

Zwar enthält das Patientenhemd wahrscheinlich sehr wenige Keimquellen, doch jede Möglichkeit könnte eine Komplikation während der OP hervorrufen und wir sind auf die bestmögliche Versorgung unserer Patienten im OP bedacht.

Genau aus diesem Grund darf ich auch keinerlei private Kleidung mit in den OP nehmen. Hat man nur kleinere, ambulante Operationen, wo die Dauer auch nicht so lange ist, dann gibt es Ausnahmen. So kann man bei einer kleinen Handoperation beispielsweise seine Socken und auch die Unterhose, ggf. sogar das Patientenhemd an behalten. Besser wäre es jedoch ohne.

Grundsätzlich: Wir achten alle darauf, dass die Privatsphäre unserer Patienten stets gewahrt wird und diese nie länger als nötig entblößt im Saal liegen. Wer sich in die Lage des Patienten im OP versetzt, der würde dies selbst auch nicht wollen.


Können mich auch Männer/Frauen nackt sehen?

Im OP arbeiten alle Hand in Hand zusammen. Mann und Frau. Natürlich sehe ich als Frau meinen männlichen Patienten nackt und so ist es auch mit den männlichen Kollegen und weiblichen Patienten. Aber wir gehen damit ganz professionell um. Für uns gehört es zum ganz normalen Arbeitsalltag, dass wir unsere Patienten auch ohne Kleidung sehen. Egal ob Mann, Frau, jung, alt. Wir machen da keine Unterschiede oder gucken extra lange auf die sensiblen Bereiche. Bei Operationen genau in diesen Regionen müssen wir das natürlich, aber ansonsten wird alles zugedeckt, was für die Operation nicht relevant ist.


Was sollte ich als Patient beachten?

Kann ich als Patient im OP auch etwas dazu beitragen? Behilflich sein, damit die OP nicht unnötig verzögert wird?
Ja das könnt Ihr!
Vorab: Wenn Ihr als ambulanter Patient im OP seid, dann müsst Ihr unter Umständen den Weg selbst zu uns suchen von Station. Gebt der jeweiligen Station unbedingt Bescheid, wenn Ihr Euch auf den Weg zu uns macht. Aber auch bei stationären Patienten ist es wichtig, dass Ihr den Pflegekräften Bescheid gebt, wenn Ihr am OP Tag beispielsweise morgens noch mal etwas Bewegung braucht.

Das OP Programm ändert sich gerne mal. Meist wird man als Patient aufrund von Notfällen nach hinten geschoben, doch man kann auch vorgezogen werden. In diesem Fall ist es sehr wichtig, dass man weiß wo Ihr Euch befindet, sodass man Euch auf den schnellsten Weg zu uns in den OP bringen kann.

Im OP ist es sehr sehr wichtig, dass die Haare, wie bei mir auf diesem Bild, unter einer OP-Haube versteckt sind. franzis-Blogstory.schreibnacht.de
Im OP ist es sehr sehr wichtig, dass die Haare, wie bei mir auf diesem Bild, unter einer OP-Haube versteckt sind. Auch Ihr werdet eine Mütze in der Umbettschleuse bekommen, damit die Haare versteckt sind. franzis-Blogstory.schreibnacht.de


Vorbereitung ist das A und O!

Vor einer Operation sollte man weder essen noch trinken. Diesen Zustand bezeichnen wir als “nüchtern sein”. Denn auch bei einer lokalen Operationen kann es sein, dass man notfallmäßig eine Vollnarkose bekommen muss. Für die Anästhesie ist es dann deutlich leichter die Medikamente auf den Patienten anzupassen, wenn dieser nüchtern ist (es gibt noch weitere Gründe, aber das würde zu ausführlich werden).

Achtet darauf, dass Ihr frisch geduscht seid. Man glaubt es kaum, doch im OP hat man tatsächlich häufig sehr ungepflegte Patienten. Und das sind meist nicht diejenigen, die vorher nicht duschen konnten, weil sie einen Unfall hatten. Für uns gibt es fast nichts Schöneres, als einen gepflegten, frisch geduschten Patienten im OP.

Kürzt am besten auch Eure Nägel – sowohl an den Fingern, als auch an den Zehen. Das gilt unabhängig vom OP-Gebiet. Lange Fingernägel können beispielsweise bei der Anästhesie hinderlich sein, denn dann sitzt unter Umständen das Pulsoxymeter nicht richtig und die Werte können nicht richtig gemessen werden. Außerdem sind lange Nägel, eine Keimquelle und für uns ein Verletzungsrisiko. Besonders, wenn es auch noch spitz gefeilte Nägel sind.
Da wir schon bei den Nägel sind: Den Nagellack solltet Ihr, sofern es Euch möglich ist, auch unbedingt entfernen. Zum einen bietet dieser für die Keime ebenfalls ein Medium, zum anderen kann dieser auch durch unser Desinfektionsmittel abblättern und ins OP Gebiet fallen. Also eine zusätzliche Keimquelle und eine Erhöhung der Komplikationsrate.

Im OP arbeiten wir mit Hochfrequenzchirurgie – kurz Strom. Tragt Ihr Schmuck, so kann es sein, dass dieser eine Verbrennung hervorrufen kann, wenn dieser nicht entfernt wird. Daher: als Patient im OP solltet Ihr Euren ganzen Schmuck vorab entfernen. Am besten ist es sowieso, wenn Ihr den Zuhause lassen würdet. Nur so kann definitiv nichts verloren gehen oder gar geklaut werden.



Was ist mit meinen Haaren?

Habt Ihr lange Haare, dann bindet diese am besten ganz locker mit einem Haargummi (ohne Metall) zusammen. Ideal wäre natürlich ein geflochtener Zopf – denn dann verknoten die Haare auch nicht. Wie sag ich immer meinen Patienten an der Patientenschleuse:
“Sie bekommen von mir jetzt auch eine OP-Haube, denn bei uns herrscht ein Dresscode, weshalb jeder eine schöne Mütze tragen muss. Außerdem passen Sie dann besser zu uns”. Mit einem lockeren Zopf geht das natürlich deutlich leichter.

Habt Ihr eine neurochirurgische Operation, also eine am Gehirn, dann würde ich Euch an dieser Stelle folgendes raten. Sofern die OP nicht am Hinterkopf oder im “Sidecut”-Bereich ist, würde ich Euch ans Herz legen, die Haare komplett abzurasieren. Unsere Chirugen sind leider keine ausgebildeten Friseure. Daher rasieren sie wirklich nur so viel ab wie nötig. Und wenn es ein Kreis genau in der Mitte ist, dann ist es auch so. Ihr glaubt gar nicht was da teilweise für Frisuren bei rauskommen.
Außerdem würdet Ihr den Chirurgen so auch schon etwas Arbeit abnehmen. Denn so eine Rasur, besonders bei langen Haaren ist recht umständlich wenn man nicht alles abrasiert.

Da wir gerade bei der Rasur sind: Habt Ihr beispielsweise eine Operation am Bein, dann rasiert am besten auch dort die vorhandenen Haare ab. Denn auch hier wird wirklich nur so viel entfernt wie es für die Operation notwendig ist. Stellt Euch mal ein stark behaartes Männerbein vor, wo in der Mitte des Unterschenkels ein paar Stellen kahl sind und andere wiederum stark behaart. Sieht ganz schön komisch aus, findet Ihr nicht?
Und da ich Symmetrie bevorzuge: Ich würde ja das andere Bein direkt mit rasieren. Sieht einfach besser aus.

Aber so eine Rasur vorab hat auch weitere Vorteile: denn oftmals werden doch nicht alle losen Haare entfernt. Das passiert. Zwar sind diese Haare dann desinfiziert, gelangen sie aber trotzdem in die Wunde, kann es zu einer Wundheilungsstörung kommen, wenn sie nicht entfernt werden. Denn wie Ihr Euch bestimmt vorstellen könnt: Ein Haar gehört nicht ins Innere des Beins (oder auch andere Regionen).

Gruppenarbeit zum Thema Unfallchirurgie. Hier sieht man einige Beispiele für Implantate im OP, auf die man eine allergische Reaktion entwickeln könnte - franzis-Blogstory.schreibnacht.de
Dieses Bild findet Ihr ebenfalls bei meinem letzten Post. Es ist eine Gruppenarbeit zum Thema Unfallchirurgie. Hier sieht man einige Beispiele für Implantate im OP, auf die man eine allergische Reaktion entwickeln könnte – franzis-Blogstory.schreibnacht.de



Medikamente? Allergien?

Nehmt Ihr Medikamente oder seid Ihr Allergiker? Dann gebt am besten einen Pass oder einen Zettel bei Eurer Aufnahme mit ab. Gerade für die Anästhesie, aber auch für uns sind dies sehr wichtige Informationen.
Beispielsweise bei der Gabe von Antibiotika oder auch der Schlafmedikation. Seid Ihr nämlich auf eines der jeweiligen Inhaltsstoffe allergisch, kann dies für Euch schlimme Folgen während der Operation mit sich bringen!

Ebenfalls ist es für uns sehr wichtig zu wissen, ob Ihr Blutverdünner nehmt. Denn bei jedem Eingriff kann es bluten – bei dem einen mehr, dem anderen weniger. Nehmt Ihr dann noch zusätzlich Medikamente, die sich auf die Eigenschaften Eures Blutes einwirken, kann es zu Komplikationen kommen.

Nichts ist so gut wie eine gute Vorbereitung und Anamnese!

Bekommt Ihr eine Prothese, dann solltet Ihr auch unbedint Unverträglichkeiten wie Nickel etc. nennen. Denn sonst kann es zu einer Abstoßungsreaktion kommen, weshalb Ihr dann große und schwere Revisionsoperationen benötigen werdet. Daher unbedingt von Anfang an reinen Tisch machen!

Mit das Wichtigste für uns ist jedoch die Einwilligung in die OP und in die Narkose. Ohne diese Einwilligung dürfen wir keinen Operieren – vorausgesetzt es handelt sich nicht um einen Notfalleingriff. Aber in diesem Fall kann man ja auch vorher nicht duschen, sich rasieren, die Nägel kürzen etc.


Aktuell fällt mir nicht mehr zu diesem Thema ein. Sobald dies jedoch der Fall sein sollte, werde ich die Punkte natürlich ergänzen. Zu der Nachsorge kann ich leider nicht viel sagen, denn ich bekomme diesen Teil leider nicht mit. Dafür müsste man dann den jeweiligen Arzt oder die Pflegekräfte auf Station ausquetschen.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend!

Eure franzi 🙂

Ausbildung zur OTA – Präparate

Hallo Ihr Lieben!

Der heutige Beitrag dreht sich mal wieder um ein etwas spezielleres Thema – nämlich um Präparate. Denn diese findet man auch häufig in unserem Arbeitsalltag als OTA vor. Doch was sind überhaupt Präparate im OP? Muss man bei deren Versorgung etwas beachten? Gibt es überhaupt irgendetwas zu beachten? Die Antworten findet Ihr im weiteren Verlauf!

Definition

Laut Definition ist ein Präparat ein Objekt in der Anatomie, Pathologie sowie in der Mikrobiologie, welches durch bestimmte Verfahren untersucht wird. Diese dienen unter anderem zu Lehrzwecken und zur Anschauung (siehe Körperwelten). Werden Präparate von einem Arzt oder Präparator zur Weiterbearbeitung aufbereitet, so bezeichnet man diesen Vorgang als Präparation.

Photo by Arthur Lambillotte on Unsplash
Plastinierter menschlicher Körper z.B. bei Körperwelten
Photo by Arthur Lambillotte on Unsplash

Präparate im OP

Während manchen Operationen werden auch gewisse Proben entnommen. Diese werden anschließend zur histologischen Begutachtung ins pathologische Institut oder ins Labor geschickt. So ist es zum Beispiel der Fall bei Tumoroperationen. Jeder Tumor wird eingeschickt um festzustellen, ob man genug vom umliegenden Gewebe mit entfernt hat. So weiß man genau ob man noch mal nachresezieren, also nachschneiden, muss.

Auch wird hierbei genau festgestellt, um welche Art Tumor es sich handelt, also beispielsweise ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Daraus wird dann geschlossen, wie die weitere Behandlung des Patienten aussehen sollte.

Diese histologischen Präparate werden auch Schnittpräparate genannt. Sie werden durch bestimmte Verfahren beispielsweise eingefärbt, eingefroren und in viele kleine Scheiben geschnitten. So können die Präparate gründlich im Mikroskop begutachtet werden.

Bei den Präparaten unterscheidet man zwischen Schnellschnitt, Eilschnitt, normaler Histologie, Abstrichen und Mikrobiologie.


Schnellschnitt

Dieses Präparat muss sofort, unverzüglich nach dem OK des Operateurs an die Pathologie weitergegeben werden. Dabei muss man darauf achten, dass das Präparat vor dem Austrocknen geschützt wird – hierfür sollte man z.B.
Ringer oder Kochsalz verwenden. Jedoch nicht zu viel! Das Gewebe darf lediglich mit den eben genannten Flüssigkeiten benetzt sein.

Von Formalin ist an dieser Stelle abzuraten. Es führt dazu, dass das Präparat fixiert und gehärtet wird und nicht im originalen Zustand verbleibt. Das Pathologische Institut sollte binnen einer Stunde eine Rückmeldung zu dem jeweiligen Schnellschnitt geben.

Eilschnitt

Ein Eilschnitt ist zunächst so zu behandeln wie ein ganz normales Präparat.
Das bedeutet, dass das Gewebe mit Formalin behandelt wird. Es muss jedoch so bald wie möglich zur Untersuchung in die Pathologie gebracht
werden. Wenn man so will ist ein Eilschnitt also ein Schnellschnitt, nur dass dieser eben fixiert werden darf.

Normale Histologie/ Präparate

Die normale histologische Untersuchung wird immer mit Formalin fixiert. Dabei unterscheidet man jedoch, ob man mit einer 5-prozentigen oder 10-prozentigen Lösung fixiert. Bei uns verwenden beispielsweise alle Fachbereiche, bis auf die Neurochirurgie, 5% Formalin. Weiteres zum Formalin könnt Ihr weiter unten erfahren.

Das Präparat wird hierbei, sobald der sterile Dienst Zeit hat, an den Springer abgegeben und in ein passendes Gefäß mit der eben erwähnten Flüssigkeit gegeben. Je nach Präparat wird dieses jedoch vorher noch vom unsterilen Dienst eröffnet. So ist dies beispielsweise der Fall bei einer Darmoperation oder bei der Entfernung der Gallenblase.

Bei der einer Cholezystektomie “CHE” (Gallenblasenentfernung) wird das Präparat deshalb aufgeschnitten, um zu sehen ob und wie viele Steine vorhanden sind. Diese bekommt der Patient ausgehändigt, es sei denn er möchte sie nicht haben. Grundsätzlich ist nämlich alles, was nicht zur histologischen Sicherung geht Patienteneigentum!

Desweiteren werden im OP auch andere Proben entnommen:

Photo by Louis Reed on Unsplash
Photo by Louis Reed on Unsplash


Mikrobiologische Präparate

Als Mirkobiologie wird Gewebe, aber auch Flüssigkeiten und Sekrete eingeschickt. Hierbei wird jedoch nicht überprüft, ob es sich bei den Proben um Tumorgewebe handelt, sondern ob beispielsweise Keime nachweisbar sind. Die Proben werden in kleine Gefäße oder Röhrchen gegeben und dann meist während oder am Ende des Arbeitstages ins Labor zur Untersuchung geschickt.

Wird Gewebe entnommen, so muss dies durch die Zugabe von Ringer- oder Kochsalzlösung vor dem Austrocknen geschützt werden. Bei nahezu jeder Revisionsoperation werden solche Proben entnommen – beispielsweise wenn der Patient eine Hüftprothese hat und diese aufgrund eines Infektes entfernt werden muss.

Da bei solchen Operationen gerne mehrere Präparate entnommen werden, ist es ratsam, sich ein System zu überlegen wie man sie nicht verwechseln kann. Dies kann beispielsweise durch eine Durchnummerierung mithilfe eines sterilen Stiftes erfolgen, oder aber durch die Verwendung von mehreren Kompressen die man sich der Reihe nach hinlegt. In der Regel sollte sowieso für jede Probe eine neue Kompresse verwendet werden, um eine Verfälschung zu vermeiden.

Abstriche

Abstriche werden ebenfalls wie die Mikrobiologie (=Mibi) behandelt. Das heißt sie werden ebenfalls überwiegend bei Revisionsoperationen entnommen, wobei es heutzutage mehr Mibis als Abstriche sind. Ein Abstrich besteht aus einem Wattestäbchen und einem dünnen Röhrchen, welches bereits mit einer Flüssigkeit gefüllt ist.

Wichtig ist, dass Ihr keinesfalls den Teil mit dem Handschuh oder sonst irgendetwas berührt, welches ins Röhrchen kommt. Der Abstrich wird also aus der Verpackung genommen, direkt in das jeweilige Gebiet gestrichen und kommt dann unverzüglich in das Röhrchen.

Jede weitere Art von Berührung des Stäbchens führt zu einer Kontamination und damit zur Verfälschung des Ergebnisses.

Abstrichröhrchen
Dies ist ein sogenannter Abstrich. Wie Ihr sehen könnt, befindet sich in der sterilen Verpackung ein Röhrchen und ein “Wattestäbchen”. Dieses Stäbchen muss aus der Verpackung mit einer Klemme entnommen werden und direkt in das jeweilige Gebiet streichen. Im Anschluss wird das Stäbchen in das beigefügte Röhrchen gegeben.

Umgang mit Präparaten

Wie eben bereits erklärt, ist es wichtig direkt zu klären, um welche Art Präparat es sich handelt. Desweiteren ist die Beschriftung von großer Bedeutung. Gibt es mehrere Präparate, so ist es wichtig zu klären was was ist. Gerade bei einer Lymphknotenentfernung gibt es beispielsweise direkt viele Präparate. Der jeweilige Chirurg kann sich nicht immer bei einer längeren Operation merken was er wann und wo entfernt hat.

Daher seid Ihr an dieser Stelle als eine Art “Sekretär/in” gefragt. Aber die Präparate sollten sowieso auch in Eurer Dokumentation festgehalten werden. Wie heißt es immer so schön? Doppelt hält besser! Wir hatten beispielsweise schonmal den Fall, dass auf den Überweisungen oder den Scheinen für die Pathologie die Präparate und deren Anzahl falsch beschriftet waren. Durch Eure Dokumentation kann man dann besser nachvollziehen wo beispielsweise der Fehler unterlaufen ist.

Mikroskop Photo by Michael Longmire on Unsplash
Photo by Michael Longmire on Unsplash


Fixation der Präparate

Weiter oben habe ich schon mehrfach den Begriff “Formalin” und “fixieren” verwendet. Doch was hat es genau damit auf sich?
Grundsätzlich werden die Präparate fixiert, damit man sie besser untersuchen kann. Das Ziel der Fixation ist demnach das Bewahren eines natürlichen Zustandes der Zellen und des Gewebes. Man kann die Präparate auf unterschiedliche Art fixieren, beispielsweise mit Alkohol oder durch Einfrieren.

Formalinfixation

Formalin, unter anderem auch bekannt als Formaldehyd, Formol oder Methanal, ist eines der gebräuchlichsten Fixationsmittel. Es verhindert die Autolyse (Selbstauflösung abgestorbener Körperzellen) und Fäulnis. Ein weiterer Vorteil ist das rasche und gleichmäßige Eindringen ins Gewebe. So können die Präparate in allen Größen in toto (also komplett) fixiert werden und in dieser Lösung für eine gewisse Zeit verweilen.

Im Anschluss an die Fixation mit Formalin können die meisten gebräuchlichen Imprägnations- und Färbemethoden zur histologischen weiterbearbeitung durchgeführt werden.

Wenn man Formalin ohne jegliche Schutzmaßnahmen verwendet, kann dies jedoch eine Schädigung der Nasenschleimhaut oder eine Dermatitis (also entzündliche Hautreaktion) verursachen. Daher bei der Verwendung stets Handschuhe tragen, sich den Dämpfen der Lösung so kurz wie möglich aussetzen und einen Mundschutz tragen. Die Fixation mit Formalin muss auf dem Gefäß mit dem Präparat gekennzeichnet werden!

Gefriermethode

Durch die Verwendung von flüssigem Stickstoff kann nur wenig Material schockgefroren werden. Dafür wird das zu fixierden Präparat würfelförmig zerkleinert. Nur so kann das Gewebe gleichzeitig gefroren werden.

Ich denke das sollte erst mal zum Thema Präparate im OP und deren Umgang reichen. Falls Ihr dennoch irgendwelche offenen Fragen haben solltet, könnt Ihr diese selbstverständlich jederzeit stellen.

Habt einen schönen Abend!

Eure franzi

Buchrezension: Das Hobbythekbuch vom Trinken

  • von: Jean Pütz, Kordula Werner, Marcus Werner

Ein herzliches Hallo. Da bin ich wieder: Patricia, Franzis Schwester und Gast-Bloggerin. Ich habe gerade festgestellt, dass meine letzte Buchbewertung im Dezember war: Norbert Treutwein – Übersäuerung

Die Zeit fliegt…

Das denke ich mir auch immer, wenn ich abends im Bett liege und merke, dass ich den Tag über kaum etwas getrunken habe – das dann noch aufzuholen, ist auch unterschiedlichen Gründen nicht gut umsetzbar.

In der Hektik des Alltages kommt das Trinken bei mir einfach zu kurz, aber ich versuche, das zu ändern. Dabei habe ich schon Trink-Apps ausprobiert, aber damit komme ich nicht gut zurecht. Nun versuche ich bereits morgens schon viel Flüssigkeit zu mir zu nehmen – definitiv eine bessere Lösung für mich. Aber warum ist es so wichtig, ausreichend zu trinken?

Der Mensch besteht zu 60% aus Wasser.

Bei mir bedeutet das, dass ich ca. 36kg Wasser mit mir herumschleppe. Dabei verringert sich der Anteil im Laufe des Lebens sogar: Ein Säugling besteht noch zu 75% aus Wasser.

Die Flüssigkeit ist dafür verantwortlich, dass lebenswichtige Nährstoffe zu ihren Einsatzorten transportiert werden können und reguliert auch unseren Temperaturhaushalt. Wusstet ihr, dass zur Verdauung von festen Speisen bis zu sechs Liter Wasser benötigt werden, damit der Verdauungsbrei entstehen kann? Die Flüssigkeit ist an vielen Prozessen beteiligt und ohne dieses könnten wir also nicht exisitieren. Ein Mangel an Wasser führt zu Kopfschmerzen, Hautproblemen und noch manch andere unangenehmen Reaktionen des Körpers, auf die ich nicht genauer eingehen möchte.

Da man über den Tag verteilt so einiges (ca. 2,5 l) verliert, ist es also sehr wichtig, die Flüssigkeit von außen zuzuführen. Je größer und schwerer man ist, desto mehr Wasser wird auch benötigt – was irgendwie auch logisch ist. So braucht, laut Buch, ein Erwachsener mit einem Gewicht von 75kg zwischen 2,6 und 3,4 Litern – also 35-45ml pro kg Körpergewicht. Wenn ich mir überlege, dass ich selten die 2 Liter Grenze knacke, habe ich definitiv ein Problem. Darum habe auch nach diesem Buch übers Trinken gegriffen, als ich es bei meinem Vater im Bücherregal entdeckte. Tatsächlich ist es daher bereits von 1999 (1. Auflage). Da die Daten aber weitesgehend aktuell bleiben, gibt es auch derzeit noch diese Version zu erwerben.


Buchrezension

copyright franzis-blogstory

Auf 95 Seiten suchte ich nach einer Lösung für mein Problem..

Auf den ersten Seiten fand ich sie aber nicht. Stattdessen wurde ausführlich über das Element an sich berichtet. Da Chemie nicht wirklich zu meinen Lieblingsfächern zählte und die Zusammensetzung des Wassermoleküls und die Polarität mich daher gänzlich wenig interessierte, habe ich darüber hinweggeblättert. Im nächsten Kapitel wurde das Grundwasser und Abwasser thematisiert. Auch das überblätterte ich – lediglich das Bild zum Wasserkreislauf ließ mich einen Moment länger verharren:

aus Das Hobbythekbuch vom Trinken/ Jean Pütz, Kordula und Marcus Werner

Erst in der Buchmitte, wurde es für mich interessant. Dort wurden unter anderem die Dinge thematisiert, die ich im oberen Teil bereits beschrieben hatte. Durch den Urin verliert man ca. 1400ml täglich, Haut, Lunge kommen auf 1000ml und der Rest von ca. 200ml scheidet man über den Stuhl aus.

Das Kapitel über den menschlichen Körper geht sehr in die Tiefe, so wird die Funktion der Niere über mehrere Seiten hinweg beschrieben. Für meine Schwester wäre das sicherlich interessant, für mich war es einfach etwas zu viel des Guten.

Dafür war ich bei den nachfolgenden Kapitel über das Tee-Trinken aufmerksam dabei. Denn ich mag kein “normales” Wasser. Es schmeckt mir nicht, obwohl es ja eigentlich nach gar nicht schmeckt…

Eine Zeit lang habe ich nur Säfte getrunken, aber da hat mein Magen irgendwann gegen protestiert. Mit Tees habe ich eine magenfreundlichere Alternative gefunden. Schon in der Schule habe ich gelernt, dass grüner Tee das Krebsrisiko reduzieren kann, was ich erstaunlich finde. Aber nicht jeder grüne Tee schmeckt und hier sollte man auch wirlich auf die Ziehzeit und Temperatur beachten, um ein wohlschmeckendes Ergebnis zu erzielen.

Wusstet ihr, dass schwarzer und grüner Tee eigentlich vom gleichen Strauch stammen und der schwarze Tee einfach nur fermentiert worden ist? Ich liebe schwarzen Tee mit Milch, der inzwischen morgens zu einem Begleiter meiner Morgenroutine geworden ist.

Auf den Seiten werden verschiedene Tee-Getränke und eigene Rezepte (z.B. grüner Tee mit Trockenfrüchten) vorgestellt. Dabei springt man auch in verschiedene Länder: China, Südamerika und Co. All diese Informationen und bunten Bildchen weckten bei mir den Durst. Gerne hätte ich einen Lapacho – das Getränk der Inkas – ausprobiert; aber für fast 12 Euro ein ganzes Kilo zu bestellen, war es mir dann doch nicht wert. Nicht jeder Tee schmeckt und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich trinke leichter etwas, das mir gut schmeckt und dann schaffe ich es auch, mehr zu mir zu nehmen. Die restlichen Seiten widmen sich dann nur noch Rezeptideen, die sich ebenfalls sehr speziellen Zutaten bedienen…

Ich weiß, dass es unfair ist, mit der Erwartungshaltung “Ich lese ein Buch und dann ist mein Problemchen gelöst”, zu starten – ABER

8,80€ (Kaufpreis-Recherche 01.03.) ist das Buch nicht wert.

Ich hätte mir gewünscht, dass man mehr auf die Konsequenzen des Nicht-Trinkens eingeht. Vielleicht eine Bilder-Reihe eines Trink-Experimentes einführt (Hautbild: wenig trinken/viel trinken) und dass man alltagsbräuchliche Tipps erhält. Stattdessen besteht dieses Buch aus viel zu vielen (unnötigen) Informationen. Für die gute Recherche vergebe ich allerdings den einen Apfel.

Die versprochene Lust aufs Trinken verspürte ich leider nicht.

Wie sieht das bei euch aus: Trinkt ihr genug? Was hilft euch dabei?


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Ich, Patricia Bellasie (Wohnort: Deutschland), verarbeite zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in meiner Datenschutzerklärung.
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